Ludwigsfeld:Bis zu 2000 neue Wohnungen sollen im Norden Münchens entstehen

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Modell für die Erweiterung der Siedlung Ludwigsfeld im Nordwesten von München. (Foto: Stadt München)

Nach dem Entwurf wird sich die Zahl der Bewohner von Ludwigsfeld in etwa vervierfachen: auf gut 6000 Menschen. Anwohner kritisieren das Projekt als überdimensioniert.

Von Ulrike Steinbacher

14 Bewerber hatten Entwürfe eingereicht, die Jury traf eine einstimmige Entscheidung: Palais Mai Architekten aus München und Grabner Huber Lipp Landschaftsarchitekten aus Freising haben den städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb für die Nachverdichtung der Siedlung Ludwigsfeld gewonnen. Auf Basis ihres Entwurfs soll auf einem 32 Hektar großen Areal im Westen Feldmochings ein Quartier mit 1800 bis 2000 Wohnungen, Nachbarschaftstreff, Kindertagesstätten, Grundschule mit Sportplatz und Sporthalle und Einkaufsmöglichkeiten errichtet werden. Die Flächen sind größtenteils in Privateigentum, die Investoren sind Privatpersonen aus dem Umfeld der Patrizia Immobilien AG, die Büschl Unternehmensgruppe und die PG Granatstraße 12 GmbH.

Auf Platz zwei des Wettbewerbs setzte die Jury den Vorschlag von Pesch Partner Architektur und Burger Landschaftsarchitekten auf Rang drei das Konzept von Hilmer Sattler Architekten und Keller Damm Kollegen Landschaftsarchitekten.

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Stadtbaurätin Elisabeth Merk lobte am Siegerentwurf "die schöne Freiraumvernetzung, die respektvoll mit dem Bestand umgeht". In dem Konzept werde "die Identität des Ortes in seiner Lage am Grüngürtel und mit seiner Geschichte als Erinnerungsort" gewürdigt. Denn entstanden ist die Siedlung Ludwigsfeld auf dem Gelände des Außenlagers Allach, das einst zum KZ Dachau gehörte. Zwischen 1943 und 1945 waren dort mindestens 18 000 Menschen interniert.

Mit der geplanten Siedlungserweiterung soll zusätzlich zur sozialen Infrastruktur auch die schlechte öffentliche Anbindung verbessert werden. Zunächst sollen Expressbusse den Anschluss an die umliegenden S- und U-Bahnhöfe sicherstellen, später soll eine Straßenbahnlinie bis in den hohen Norden jenseits der A 99 verkehren. Ortsansässige hatten sich dennoch wiederholt gegen das aus ihrer Sicht überdimensionierte Projekt ausgesprochen, mit dem sich die Zahl der Bewohner von Ludwigsfeld in etwa vervierfacht: von 1500 bis 1600 auf rund 6000 Menschen.

Die Wettbewerbsergebnisse sind vom 21. bis 31. März, 10 bis 18 Uhr, im Planungsreferat, Blumenstraße 28b, zu sehen. Eröffnet wird die Ausstellung am Montag, 20. März, 19 Uhr, von Stadtbaurätin Merk. Nach Ostern wandern die Entwürfe ins Planungsgebiet selbst: Dann können die Ludwigsfelder sie im Info-Laden am Onyxplatz 5 besichtigen.

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