Umzug der LMU vor 200 JahrenAls München Universitätsstadt wurde

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Der Umzug der Ludwig-Maximilians-Universität nach München vor 200 Jahren und der darauf folgende Universitätsbau haben sich für die Stadt gelohnt. Heute studieren dort jedes Jahr mehrere Zehntausend Menschen.
Der Umzug der Ludwig-Maximilians-Universität nach München vor 200 Jahren und der darauf folgende Universitätsbau haben sich für die Stadt gelohnt. Heute studieren dort jedes Jahr mehrere Zehntausend Menschen. Felix Hörhager/dpa
  • Vor 200 Jahren verlegte König Ludwig I. die Ludwig-Maximilians-Universität von Landshut nach München, um alle wichtigen Kulturinstitutionen in der Landeshauptstadt zu konzentrieren.
  • Das heutige Hauptgebäude in der Ludwigstraße wurde von Friedrich von Gärtner erbaut und nach fünf Jahren Bauzeit im August 1840 feierlich eingeweiht.
  • Die LMU hat heute fast 53 000 Studierende und zieht internationale Spitzenforscher nach Bayern, das 200. Jubiläum wird am 3. Februar gefeiert.
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Vor 200 Jahren versetzte König Ludwig I. die Ludwig-Maximilians-Universität von Landshut nach München. Der folgende Bau des repräsentativen Hauptgebäudes begeisterte zunächst nicht alle. Doch heute sieht die Uni allen Grund zum Feiern.

Auf die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München sind viele Einheimische stolz, gilt sie doch als eine der besten Hochschulen Deutschlands. Doch das Aushängeschild ist gar nicht so münchnerisch, wie viele Münchner glauben. Erst vor 200 Jahren wurde die Hochschule von Landshut in die damalige Residenzstadt verlegt. Und das war nicht der einzige Umzug in der mehr als 550-jährigen Geschichte der Institution.

Denn gegründet wurde die erste Universität Altbayerns 1472 von Herzog Ludwig IX., der Reiche, von Bayern-Landshut – und zwar in Ingolstadt. Für die Errichtung war damals noch die Genehmigung des Papstes erforderlich. Gut drei Jahrhunderte später, im Jahr 1800, wurde mit kurfürstlichem Erlass die Verlegung der Universität nach Landshut angeordnet.

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„Offiziell begründet wurde der Umzug mit der akuten militärischen Bedrohung. Denn Ingolstadt war nicht nur Universitäts-, sondern auch Festungsstadt und als solche im Zuge der Napoleonischen Kriege durch die französische Armee bedroht“, schildert die LMU diesen Abschnitt ihrer Geschichte. Inoffiziell seien die „Reformerkreise in München“ daran interessiert gewesen, den „schlechten Ruf einer als konservativ geltenden und angeblich von Jesuiten geprägten Universität in Ingolstadt zu tilgen“.

Fast vier Jahre dauerte der komplette Umzug. Beim Installationsfest 1802 erhielt die LMU ihren Namen „Ludovico-Maximilianea“: Ludwig wegen des Universitätsgründers Ludwig IX. und Maximilian wegen des regierenden Landesherrn Maximilian IV. Joseph.

Doch die Entscheidung für Landshut war nur von kurzer Dauer: Schon 1826 wurde die LMU mit damals rund 1000 Studenten nach München verlegt. Ludwig I., der selbst in Landshut studiert hatte, hatte sich bereits als Kronprinz als „Freund und Beförderer der Wissenschaften“ verstanden, wie es auf der Website des Bavarikon heißt. Nun wollte er dieses Ziel weiter vorantreiben und zudem alle wichtigen Kulturinstitutionen in der Landeshauptstadt konzentrieren und das gesamte Bildungswesen neu organisieren.

Bevor die Stadt um die nördliche Ludwigstraße herumwuchs, lag diese noch viele Jahre im Grünen, wie diese undatierte Aufnahme der dem Uni-Hauptgebäude gegenüberliegenden Gebäude zeigt, die ebenfalls von Friedrich von Gärtner entworfen wurden.
Bevor die Stadt um die nördliche Ludwigstraße herumwuchs, lag diese noch viele Jahre im Grünen, wie diese undatierte Aufnahme der dem Uni-Hauptgebäude gegenüberliegenden Gebäude zeigt, die ebenfalls von Friedrich von Gärtner entworfen wurden. SZ Photo/picture alliance

Eine neue Heimat fand die Universität zunächst im ehemaligen Jesuitenkolleg St. Michael in der Neuhauser Straße. Denn das heutige Hauptgebäude in der Ludwigstraße gab es damals noch nicht, allerdings schon erste Überlegungen Ludwigs I. für einen Neubau. Den gab der König dann bei Friedrich von Gärtner, einem seiner bevorzugten Architekten, in Auftrag.

1835 wurde der Grundstein gelegt, der Baufortschritt von Ludwig, wie auch bei seinen vielen anderen Bauprojekten, persönlich überwacht. Immer wieder soll er an der Baustelle erschienen sein. Architekt Gärtner musste mit dem Monarchen um die Pläne zur Gestaltung des Gebäudes und des Vorplatzes ringen.

Nach lediglich fünf Jahren Bauzeit (Ludwig hatten allerdings nur zwei vorgeschwebt) wurde der repräsentative Rundbogenbau im August 1840 mit Umzügen, Festgottesdienst und Festreden feierlich eingeweiht. Professoren und Verwaltungsbeamte der LMU sollen anfangs nicht besonders begeistert gewesen sein, aus der Stadtmitte an den – damals noch eher abgelegenen – Standort ziehen zu müssen.

Für „unzweckmäßig und für die Universität höchst kostspielig“, soll der damalige Rektor Thaddäus Siber den Bau an der königlichen Prachtstraße sogar zunächst befunden haben. Ein Urteil, das auf lange Sicht allerdings keinen Bestand hatte. Das Renommee der LMU wuchs über die Jahrzehnte ständig an, zog namhafte Lehrende ebenso an wie Studierende, und damit auch viel Geld in die Stadt.

Heute hat die LMU nach eigenen Angaben fast 53 000 Studierende und zieht selbst internationale Spitzenforscher nach Bayern. Das 200. Jubiläum des Umzugs in die Landeshauptstadt – wiewohl dieser erst im August 1826 stattfand – feiert die Hochschule am 3. Februar in festlichem Rahmen zusammen mit dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Matthias Tschöp.

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