LindwurmstraßeBauarbeiten für Münchens umstrittenen Radweg haben begonnen

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Für Radler und Fußgänger soll die Lindwurmstraße sicherer werden. Deshalb wird sie umgestaltet, pro Richtung fällt eine Autospur weg.
Für Radler und Fußgänger soll die Lindwurmstraße sicherer werden. Deshalb wird sie umgestaltet, pro Richtung fällt eine Autospur weg. Stephan Rumpf

Die Lindwurmstraße bot bislang Autofahrern viel Platz. Doch nun müssen Spuren und Parkplätze weichen. Stattdessen werden ein neuer Radstreifen und ein breiterer Fußweg gebaut.

Von Andreas Schubert

Dass die Eröffnung einer Baustelle einem kleinen Event gleicht, kommt in München nicht allzu oft vor. Doch am Montag haben sich am Goetheplatz rund 30 Menschen versammelt, um beim Beginn der Arbeiten zum neuen Radweg an der Lindwurmstraße dabei zu sein: Stadträte, Bezirksausschussmitglieder, Mitarbeiter der Stadtverwaltung, sonstige Interessierte und auch ein paar Journalisten. Münchens Zweiter Bürgermeister Dominik Krause (Grüne), Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer und die Vizechefin des Mobilitätsreferats Sabine Effner haben den Umbau der Verkehrsachse offiziell eingeläutet. Dem ging ein jahrelanger Diskussions- und Planungsprozess voraus, der zeigte, wie umstritten der Radweg ist. Schließlich müssen dafür Autospuren und Parkplätze geopfert werden zugunsten der nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmer – die CSU lehnt dies kategorisch ab.

Zunächst startet das Baureferat mit dem Abschnitt zwischen Goetheplatz und Sendlinger-Tor-Platz. Geradelt wird künftig dort, wo bisher Autos fuhren oder parkten. Der Radweg wird 2,50 bis drei Meter breit und im Bereich der Parkplätze durch Protektionselemente gesichert. 56 von 70 Parkplätzen bleiben erhalten, zusätzlich entstehen sechs Lieferzonen. An relevanten Stellen sollen Poller ein Befahren des Radfahrstreifens durch den Autoverkehr verhindern. Potenziell gefährliche Stellen an Querungen werden rot markiert. Der bisherige Radweg wird dem Gehweg zugeschlagen – dieser wird damit bis zu 3,50 Meter breit, an der Optik ändert sich allerdings vorerst nichts.

Die Umgestaltung dieses Straßenstücks ist eine der knappen städtischen Kasse geschuldete Sparversion, die 1,6 Millionen Euro kostet. Südlich des Goetheplatzes wird die Lindwurmstraße voraussichtlich von Herbst 2026 an umgestaltet, teilweise mit baulichen Radwegen. Insgesamt kostet das Projekt bis zu 19,4 Millionen Euro, das ist etwa halb so viel, wie ursprünglich veranschlagt.

Bis zum 19. September sollen die Arbeiten dauern. In dieser Zeit müssen sich Verkehrsteilnehmer auf Einschränkungen einstellen. Von Freitag, 22. August, 21 Uhr, bis Sonntag, 24. August, 24 Uhr, werden der Fahrbahnbelag erneuert und die Markierungen angebracht, weshalb der Straßenabschnitt für Autos gesperrt wird, Fußgänger und Radler können das Baufeld passieren. Einfahrten sind teilweise nur eingeschränkt erreichbar. Bei schlechtem Wetter erfolgen die Arbeiten am darauffolgenden Wochenende.

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