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Geplanter Abriss in der Ligsalzstraße:Der Kardinal soll's richten

Linke will Kündigungen im Haus Ligsalzstraße 25 verhindern

Wegen der Kündigung für die "Büchergalerie" zum 30. Juni und der bevorstehenden Kündigungen für die anderen Mieter im Haus Ligsalzstraße 25 wendet sich Stefan Jagel, Fraktionsvorsitzender der Linken im Stadtrat, nun direkt an Kardinal Reinhard Marx und bittet um ein persönliches Gespräch. Ziel sei, "eine sozialverträgliche Lösung für die Mieterinnen und Mieter zu finden". Das in den Jahren 1889/90 erbaute Gebäude gehört seit 2015 der Erzdiözese München und Freising, die es abreißen und einen Neubau nach dem München-Modell errichten will. Das Haus befinde sich in einem äußerst maroden Zustand, argumentiert sie, einem Gutachten zufolge sei eine sukzessive Sanierung technisch nicht möglich.

"Ich bin mir ganz sicher, dass die Entscheidung, das Gebäude abzureißen und ein neues zu errichten, der Erzdiözese nicht leichtgefallen ist", schreibt Jagel an Marx, zumal sie in den vergangenen Jahren bestrebt gewesen sei, die Mieten dort bezahlbar zu halten.

Nun aber drohten den Mietern höhere Mietpreise, und der seit 35 Jahren dort ansässigen Buchhandlung, der letzten ihrer Art im Westend, "ein Ort der Kultur und Vernetzung" im Viertel, das Aus. Jagel verweist auf ein anderes Gutachten, demzufolge eine Sanierung des Gebäudes doch möglich sei und bittet Kardinal Marx, "wenn möglich die Sanierung durchzuführen, damit danach dieselben Mieter und die 'Büchergalerie' wieder in ihr vertrautes Zuhause zurückkehren können und dieses Stück Westend erhalten bleibt".

© SZ vom 29.06.2020 / son

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