Als das Münchner Lenbachhaus 1994 seinen „Kunstbau“ eröffnete, wurde ein leer stehender Hohlkörper, der sich über der U-Bahnstation und unter dem Königsplatz befindet, einer ebenso ungewöhnlichen wie genialen Nutzung zugeführt. Entworfen hatte diese unterirdische Ausstellungshalle der kürzlich verstorbene Münchner Architekt Uwe Kiessler. Und auch das erste Kunstprojekt, das dort zu sehen war, war kein gewöhnliches. Der US-amerikanische Lichtkünstler Dan Flavin hatte eine seiner letzten „Situationen“ – er starb 1996 – für diesen Ort, der bis dahin ein Un-Ort war, geschaffen.
Kein Werk ist daher so eng mit dem Kunstbau verbunden wie Flavins „Untitled (For Ksenija)“. Das Sammlerehepaar Heiner und Philippa Friedrich schenkten die Arbeit dem Lenbachhaus zum Andenken an ihre Eltern Erika und Harald Friedrich sowie Dominique und John de Menil.
Nun ist die Licht-Installation erneut im Kunstbau zu sehen und lädt ein, in dieses immersive Erlebnis aus Licht einzutauchen. Und auch danach geht es mit immersiven Erlebnissen an diesem einstigen Un-Ort weiter. Denn vom 2. bis 7. Dezember werden Studierende der Akademie der Bildenden Künste aus dem Programm „Sound und Experiment“ von Florian Hecker den Kunstbau mit akustischen Arbeiten in einen neuen Erfahrungsraum verwandeln.
Dan Flavin: Untitled (For Ksenija), Kunstbau des Lenbachhauses München, bis 30. November 2025

