Süddeutsche Zeitung

Bayerische Kabarettpreise:Markus-Lanz-Parodist Florian Schroeder gewinnt

Lesezeit: 3 min

Kleingärtnerin Martina Pahr wird für ihren Schrebergarten-Krimi ausgezeichnet, Gondoliere Maximilian Koch startet in die Saison - unsere Münchnerinnen und Münchner der Woche.

Von Sabine Buchwald, Sonja Niesmann und Stefanie Witterauf

Mit Witz

Florian Schroeder, 44, darf sich über den Bayerischen Kabarettpreis freuen. Der aus Lörrach stammende Kabarettist und Moderator, der unter anderem für seine Markus-Lanz-Parodien bekannt ist, erhält heuer den Hauptpreis. Schroeder sei ein Brückenbauer, der es seinem Publikum mit überraschenden Wendungen und Sarkasmus nicht leicht mache, schreibt die Jury in ihrer Begründung zur Wahl Schroeders. Er sei blitzschnell im Denken und Sprechen und mit einem immensen Wissen zu aktuellen Themen ausgestattet. In seinen Programmen seziere er Reizthemen wie Rechtsextremismus, Autokratien oder auch das Deutschlandticket.

In der Kategorie "Musik" wird Bodo Wartke ausgezeichnet. Der 46-jährige Wahlberliner mit Hamburger Wurzeln überzeugte die Juroren mit seiner Leidenschaft fürs Kabarett, seinem Wortwitz und seiner Virtuosität am Klavier. Der Ehrenpreis geht an das bayerische Komiker-Duo Claudia Schlenger und Hanns Meilhamer, die auch privat ein Paar sind. Den Senkrechtstarterpreis erhält die 25-jährige Ana Lucia aus München. Deren bemerkenswert leichter Umgang mit heiklen Themen wie Depressionen, Jungfräulichkeit oder Mobbing brachte ihr diese Auszeichnung ein. Der Comedian und Video-Produzent Phil Laude erhält zudem den erst 2023 geschaffenen "Creator-Preis".

Der Bayerische Kabarettpreis wird seit 1999 vergeben und ist eine Initiative des Bayerischen Rundfunks und des Münchner Lustspielhauses. Dort findet am 4. November auch die Preisverleihung statt. Durch den Abend werden laut BR Eva Karl Faltermeier und Michael Altinger führen.

Statt Venedig

Das schwarz-goldene Gefährt ist blankgewienert, Maximilian Koch vertauscht sein Geschäftsoutfit mit blau-weißem Ringel-T-Shirt und Strohhut: Seit Sonntag finden im Nymphenburger Schlosspark wieder Fahrten in einer original venezianischen Gondel statt. Abwechselnd rudern Koch und sein Sohn Maximilian "Maxi" - im Hauptberuf betreiben die beiden Gondolieri ein Versicherungsbüro - Gäste über den Mittelkanal. Am Ufer ziehen zwar keine Paläste vorbei, romantisch ist es dennoch. Und noch romantischer, wenn der Tenor Giuseppe Del Duca mit an Bord ist. Weitere Informationen: www.gondel-nymphenburg.de.

Fürs Klima

Forschende aus München, Kaiserslautern und Leipzig starten eine Langfrist-Untersuchung zu Umweltbewusstsein, Umwelt- und Protestverhalten sowie Umweltungleichheit in Deutschland. Das Projekt leitet Katrin Auspurg, Professorin für Quantitative Methoden der Sozialforschung an der LMU. "Nur mit guten Daten sind die Sozialwissenschaften in der Lage, zentrale Impulse für Klimawissenschaften durch ein besseres Verständnis menschlicher Verhaltensweisen zu setzen", erklärt Auspurg in einer LMU-Mitteilung. Neben Daten zu Umverteilungseffekten seien vor allem auch Erkenntnisse zu Einstellung und Verhalten der Bevölkerung wichtig. Beteiligt sind an der "German Longitudinal Environmental Study" (GLEN) auch die Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau und die Universität Leipzig. Gefördert wird das Projekt von der Deutschen Forschungsgesellschaft zunächst für drei Jahre mit sechs Millionen Euro. Angedacht sind eine Laufzeit von zwölf Jahren und 20 Millionen Euro Fördergeld.

Von Wühlmäusen

Martina Pahr ist mit ihrem Kriminalroman "Nur die Wühlmaus war Zeuge" (Emons) beim Deutschen Gartenbuchpreis aufgefallen. In der Kategorie "Gartenprosa und -lyrik" hat sie nun den zweiten Preis erhalten. Bei der Preisverleihung auf Schloss Dennenlohe im mittelfränkischen Unterschwaningen bedankte sich die Münchner Autorin derart eloquent, dass sie umgehend zu einer Lesung bei den kommenden Gartentagen eingeladen wurde. Die finden heuer vom 9. bis 12. Mai statt, Pahr wird am Sonntag, 12. Mai, 15 Uhr, aus ihrem neuen Buch lesen. Die Geschichte um Valentina spielt in einer Schrebergartensiedlung. Pahr weiß, worüber sie schreibt, sie kennt das Milieu. Seit Jahren bewirtschaftet sie selbst einen kleinen Garten, kämpft dort gegen Schnecken ("die gedeihen am besten") und baut vor allem Brotzeitgemüse wie Tomaten und Gurken sowie Radieschen und Rettich an. Ein weiterer Schwerpunkt in ihrem Idyll seien verschiedene heimische Beerenarten und der Sanddorn, die "Zitrone des Nordens".

"In einem Schrebergarten treffen Menschen aufeinander, die jenseits der Hecken kaum Berührungspunkte miteinander hätten", sagt Pahr. Hier herrsche eine andere Hierarchie, basierend auf Kompetenz, Erfahrung und Vernetzung. Wenn man lauschig beieinander sitze, erfahre man oft mehr, als man üblicherweise über Nachbarn wisse. Solche Gespräche haben die Autorin und ehemalige Reiseleiterin zu ihrem Krimi inspiriert. Dieser ist so angelegt, dass daraus eine Reihe werden könnte. Am Montagabend, 25. März, ist Pahr im Vereinsheim bei "Blickpunkt Spot" zu erleben.

Übers Rauschen

Schon die Beatles haben in ihre Lieder Tiergeräusche eingebaut. Paul Kalkbrenner hat in seinem Song "Train" Töne verwendet, die in den Berliner U-Bahnen entstehen, wenn die Passagiere einsteigen. Auch Daniel Door arbeitet mit Geräuschen. Der in München und Neubiberg lebende Noisekünstler widmet sich in einem Vortrag am Samstag, 30. März, vor allem dem Rauschen. Der Absolvent der Münchner Kunstakademie wird unterschiedlichste Varianten vorspielen. Die Session findet in der Reihe "Listening" in der Münchner Galerie Lothringer 13 statt, sie beginnt um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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