Florian Roth über die verpasste Chance, Kulturreferent zu werden„Es ist, wie es ist“

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Florian Roth (Die Grünen) im vergangenen Herbst – damals konnte er noch auf eine neue große Aufgabe hoffen.
Florian Roth (Die Grünen) im vergangenen Herbst – damals konnte er noch auf eine neue große Aufgabe hoffen. Stephan Rumpf

Erst Kulturreferent, dann doch nicht. Im Münchner Lenbachhaus hatte Florian Roth einen öffentlichen Auftritt – den ersten, seit er nach einem Gerichtsentscheid seinen Rückzug von dem Amt verkündet hat.

Von Jürgen Moises

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Welcher Job ist der schönste in München im Verwaltungsbeirat? Nun, laut Florian Roth ist das der eigene. Weil er dort für das Lenbachhaus zuständig sei, verbunden mit der Ehre, immer wieder neue Ausstellungen mitzueröffnen. So wie aktuell „Was zu verschwinden droht, wird Bild. Mensch – Natur – Kunst“, wo Roth die zentrale Rede hielt und darin eben genau das erzählte. Gut. Ausstellungen kann man auch in anderen Jobs eröffnen, etwa dem des Kulturreferenten. Was vielleicht sogar noch ein schönerer, auf jeden Fall bedeutenderer Job in München ist. Und vor zwei Wochen sah es noch so aus, als würde Roth genau das am 1. Juli werden. Aber es kam anders. Denn das Münchner Verwaltungsgericht hat ihm den Amtsantritt untersagt.

Warum? Wie die SZ vor einigen Tagen berichtete, ging es um eine fehlende Qualifikation, was bei der Wahl im vergangenen Oktober aber durch eine Ausnahmeregelung umgangen wurde. Dagegen hat nun ein anderer Bewerber geklagt – und vor dem Verwaltungsgericht Recht bekommen.

Ob Florian Roth, der seit 2008 für die Grünen im Stadtrat sitzt, im Lenbachhaus über all das sprechen würde? Das war die Frage. Weil es seine erste öffentliche Rede seit dem kulturpolitischen Debakel war. Und die Antwort lautet: nicht direkt. Aber so wie er die Schönheit und die Freuden seines jetzigen Amtes betonte, konnte man das durchaus als Anspielung verstehen.

Ansonsten redete Roth, der aktuell im Referat für Bildung und Sport tätig ist, recht kundig über das Ausstellungsthema. Über das Artensterben, den Klimawandel, die Rolle des Menschen beim Verschwinden der Natur. Über das „frühe Bewusstsein für den Schutz der Natur“, das Künstler im 19. Jahrhundert entwickelten. Aber auch darüber, dass das Lenbachhaus seine Emissionen Schritt für Schritt verringert. Für all das gab es höflichen Applaus. Danach verschwand Roth schnell von der Bühne und überließ dem Direktor des Lenbachhauses, Matthias Mühling, das Wort.

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Nach dem durch einen Gerichtsentscheid angestoßenen Rückzug von Florian Roth läuft es auf eine Neuausschreibung für das wichtige Amt hinaus. Die aber kann dauern. Und auf die Kultur rollt eine neue Sparrunde zu.

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Später dann noch einmal direkt auf das Debakel und die Rede angesprochen, sagte Roth: Klar, sei das nicht einfach, einen Job plötzlich wieder zu verlieren, auf den man zehn Jahre hingearbeitet hätte. Aber: „Es ist, wie es ist.“ An seine Rede sei er trotzdem nicht anders herangegangen. Denn er mache ja „schon seit Jahren Kulturpolitik“.  Die Ausstellung, das sei wieder „eine schöne Sache“. Und jetzt werde er „eben weiter das tun, was ich gemacht habe, mit derselben Leidenschaft wie bisher“.

Die Meinung von Matthias Mühling zu der Sache: „Ich bin nicht der, der darüber entscheidet.“ Deswegen möchte er das Ganze nicht weiter kommentieren. Er frage sich aber, warum Roths Qualifikationen plötzlich „nicht mehr ausreichten“. Und was sagen die Besucher? Ob er ein guter Kulturreferent geworden wäre?  „Ich könnte mir bessere vorstellen“, sagte ein Gast. Und eine Frau sagte: Von seiner Rede her hätte er das „wohl gut gemacht“. Und sie ergänzte, was aktuell wohl viele angesichts der nötigen Neubesetzung denken: „Wir sind alle gespannt, wie es weitergeht.“

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