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Projekt Quartierswende im Lehel:Platz statt parken? Nicht immer

Quartierswende Lehel

Der Verein Green City würde die Grünfläche am Isartor gern vergrößern, die Lokalpolitiker möchten es bei Freiluftschach und Bänken belassen. Visualisierung: Green City

Im Lehel starten erste Pilotprojekte für mehr Lebensqualität im Stadtviertel: Am Isartor, bei St. Anna und St. Lukas sollen im Sommer Ideen des Vereins Green City realisiert werden. Doch manchmal zählen Parkplätze mehr.

Von Julian Raff

Nach dem Onlinevotum zur "Quartierswende" im Lehel stehen die drei Pilotprojekte für den Sommer fest. Unter sieben Vorschlägen, die der Verein Green City zur Abstimmung gestellt hatte, bekamen die Projekte an Isartor-, St.-Anna- und Mariannenplatz bei der Lukaskirche die meisten Stimmen. 602 Teilnehmer entschieden sich für sie und äußerten damit andere Präferenzen als der Bezirksausschuss (BA).

Dieser hatte im März zwar ein Faible für den "nachhaltigen St.-Anna-Platz" mit Hochbeeten, Wasserbecken, "urbanen Begegnungsinseln" und neuen Konzepten zur Müllvermeidung erkennen lassen, sich jedoch bei den anderen beiden Platz-Vorschlägen eher skeptisch geäußert.

Nicht recht vorstellen können sich die Stadtviertelvertreter den "Isartorpark", also eine Erweiterung und Ausgestaltung der Grünfläche rund um den Fortunabrunnen, die dem Isartor jenseits des Altstadtrings gegenüber liegt, manchmal schwer wahrnehmbar inmitten der Verkehrsfluten. Gegen Sitzmobiliar, oder ein großes Freiluft-Schachbrett hat der BA natürlich nichts einzuwenden, insgesamt lehnte er den zunächst von Green City gemachten Vorschlag aber als überdimensioniert ab, und empfahl mehrheitlich - die FDP stimmte dagegen - eine Beschränkung auf die vorhandenen Grünflächen.

Zu tief in den Verkehrsfluss eingegriffen hätte demnach vor allem die ursprüngliche Idee, die von Süden in den Thomas-Wimmer-Ring einmündende Rechtsabbiegespur vorübergehend zu sperren, auch wenn dies den Park um ein großes Stück im Nordwesten erweitert hätte.

Gegen die Stimmen der Grünen weitgehend verworfen und nur in verkleinerter Form gutgeheißen hatte der BA auch das Projekt "Mariannenplatz macht Platz". Dieser Platz existiert derzeit nur dem Namen nach.

Eine Rolle für die ablehnende Haltung der Stadtviertelvertreter spielte, dass Anwohner im südlichen Lehel wiederholt gegen das Wegfallen von Parkplätzen protestiert hatten, wie sie auch ein "echter" Mariannenplatz erfordern würde. Außerdem ließe sich die Zufahrt von der Steinsdorfstraße bestenfalls für einen Aktionstag sperren, da andernfalls diverse Baustellen in der Nähe nicht mehr erreichbar wären.

Green City wird nun die Vorschläge noch einmal konkreter ausarbeiten und dem BA vorlegen, der voraussichtlich am Dienstag, 18. Mai, darüber beraten wird. Die weitere Umsetzung begleiten dann Projektteams mit Bürgerbeteiligung. Realität werden sollen die Ideen voraussichtlich Anfang August.

© SZ vom 11.05.2021/vewo, van
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