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München:Leerstand am Marktplatz

Wer in die Planegger Filiale von Feinkost Käfer zieht, ist noch offen

Nur ein Jahr hat der Laden von Feinkost Käfer am Marktplatz 7 in Planegg durchgehalten. Warum das so ist, darüber gingen im Ferienausschuss des Gemeinderats die Meinungen auseinander. Die meisten Gemeinderäte, die sich dazu äußerten glaubten, das es für den Gourmet-Laden in Planegg keinen wirklichen Bedarf gegeben hat: "Ich denke, die hatten jedenfalls das falsche Konzept", vermutete Peter von Schall-Riaucour (FDP).

Dass sich nun allerdings die Fraktion der Freien Wähler/Dynamischen dafür stark macht, an dieser Stelle ein gemeindeübergreifendes Begegnungshaus für alle Generationen mit breit gefächertem Programm unter der Leitung der Gemeinden Planegg und Krailling zu installieren, empörte nicht nur Schall: "Da hat es mich wirklich vom Stuhl gehauen. Wollen wir wirklich dieses Herzstück für eine soziale Einrichtung hergeben? Nichts gegen eine Begegnungsstätte, aber doch nicht an dieser Stelle." Dies wäre "ein Offenbarungseid für unsere Wirtschaftsförderung", Anlieger seien bereits "außer sich". Da müsse "wieder ein attraktives Geschäft reinkommen", forderte Schall stattdessen. Dazu gehöre allerdings eine "andere Vermarktungsstrategie."

Schalls Kritik fiel im Gemeinderat auf fruchtbaren Boden. Hermann Nafziger (CSU) meinte, für eine Begegnungsstätte an dieser Stelle gebe es "keinen Bedarf". Das glaubt auch Ralf Tatzel (SPD). Er verwies außerdem darauf, dass die monatlichen Mietkosten von 4000 Euro für eine Fläche von 200 Quadratmetern eine wirkliche Belastung für die Gemeinde seien, zumal Bürgermeister Heinrich Hofmann (SPD) auch glaubt, dass die Nachbargemeinde Krailling sich eher nicht an den Kosten beteiligen werde: "Da bin ich sehr skeptisch."

Einen ganz anderen Gesichtspunkt sah Herbert Stepp (Grüne Gruppe 21). Eine Begegnungsstätte an dieser Stelle in Planegg sei "ein Schlag ins Gesicht der Martinsrieder", die sich ja in ihrem neuen Ortszentrum seit langem vergeblich eine derartige Einrichtung wünschten. Am Ende gab es für den Antrag der Freien Wähler nur eine einzige Ja-Stimme.