Lange Nacht der MusikNat King Cole zu Motorknattern

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Orgelmusik mitsamt Lasershow war in der St.-Joseph-Kirche zu erleben.
Orgelmusik mitsamt Lasershow war in der St.-Joseph-Kirche zu erleben. Stephan Rumpf

Zur Jubiläumsausgabe wartete die „Lange Nacht der Musik“ mit einem besonders breiten Angebot für Musikliebhaber auf. Über eine Nacht mit langen Schlangen und einem ganz eigenen Klangerlebnis mit Oldtimern.

Von Johanna Feckl

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Um kurz nach 20 Uhr zieht sich eine lange Menschenschlange den Odeonsplatz entlang – der Andrang am Ticketschalter für die 25. Lange Nacht der Musik ist riesig. Kein Wunder: 400 Konzerte an 100 Spielstätten verteilt in ganz München an einem einzigen Abend, das klingt verlockend. Und ist auch ziemlich spannend und abwechslungsreich.

Zur Jubiläumsausgabe das erste Mal dabei sind am Geschwister-Scholl-Platz die 45 Fahrzeuge des Rollenden Museums, die von der Langen Nacht der Münchner Museen bekannt sind und nun zum Musikroulette einladen: Wohin die Fahrt in einem der Oldtimer führt, entscheidet der Zufall. Etwas blöd nur, wenn die Ziellocation dann doch eher weit ab vom Schuss ist und es einige Zeit im Shuttlebus braucht, um zur nächsten Musikstation zu kommen. Aber gut, es ist ein Roulette, da gehört Risiko dazu.

Zum ersten Mal dabei: die Oldtimer vom Rollenden Museum.
Zum ersten Mal dabei: die Oldtimer vom Rollenden Museum. Stephan Rumpf

Und die Fahrt in dem mintgrünen Lloyd Alexander TS, Baujahr 1960, von Walter Fredersdorf, der im Sechzigerjahre-Outfit und mit Fahrerhandschuhen aus gelbem Leder am Steuer sitzt und so für ein authentisches Ambiente sorgt, überrascht mit einer ganz eigenen Art von Musik: Die Stimme von Nat King Cole und Co. aus dem Lautsprecher vermengt sich mit dem rastlosen Knattern des Motors im Leerlauf an der Ampel und dem irgendwie quirlig geratenen Sound beim Beschleunigen zu einem echten Klangerlebnis. Einem, das ziemlich gut gefällt.

Ungewöhnliches Ambiente: Das Ensemble Maxjoseph präsentierte sein Programm „Nau“ im  Staatlichen Museum für ägyptische Kunst.
Ungewöhnliches Ambiente: Das Ensemble Maxjoseph präsentierte sein Programm „Nau“ im  Staatlichen Museum für ägyptische Kunst. Stephan Rumpf
Die Technische Universität lud zum Big-Band-Battle.
Die Technische Universität lud zum Big-Band-Battle. Stephan Rumpf
Und auch die Münchner Verkehrsgesellschaft beteiligte sich mit der „Ois-is-Blues-Tram“ am Kernprogramm.
Und auch die Münchner Verkehrsgesellschaft beteiligte sich mit der „Ois-is-Blues-Tram“ am Kernprogramm. Stephan Rumpf

Am Gasteig drängen sich unter freiem Himmel zahlreiche Frauen und Männer mit leuchtenden Kopfhörern bei der Silent Disco zusammen, tanzen ausgelassen und singen laut die Refrains der Songs mit, die ihnen die DJs auf die Ohren spielen. Andernorts ist es so voll, dass entweder Einlassstopp herrscht – beispielsweise bei Dundo im Kleinen Saal im Gasteig, deren tansanischen Rhythmus mit Drums und Bass man gern gehört hätte – oder sich das Publikum schon so dicht drängt, dass ein Rausgehen dann doch sinnvoller erscheint. Aber alles halb so wild, schließlich gibt es ja noch unter anderem den Ausblick von der Bar „Frau im Mond“ auf der Dachterrasse des Deutschen Museums über das nächtliche München bei der Musik von Jam with Sam.

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