Schildlein wechsle dich: Nach der Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (Bay VGH), dass die Stadt zu Tempo 30 an der Landshuter Allee zurückkehren muss, hat das Baureferat am Mittwochvormittag die Verkehrsschilder ausgetauscht. Nun gilt eben wieder das schärfere Tempolimit, das der Stadtrat im Juni 2024 beschlossen hatte, um den Grenzwert für Stickstoffdioxid einzuhalten.
Zwei Jahre in Folge war der Grenzwert, der bei 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel liegt, knapp unterschritten worden. Weil eine Prognose die Einhaltung der Schadstoffgrenze auch mit Tempo 50 vorhergesagt hatte, ordnete Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) im Januar wieder Tempo 50 an. Doch kaum waren die Verkehrsschilder von 30 auf 50 geändert, klagten zwei Anwohner und die Deutsche Umwelthilfe vor dem Verwaltungsgericht München auf Wiederherstellung von Tempo 30. In einem Eilverfahren bekamen sie vorläufig Recht, die Hauptverhandlung steht noch aus.
Die Stadt legte beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof Beschwerde gegen den Eilbeschluss ein – sie wollte die Hauptverhandlung abwarten, bevor sie Schilder austauschte. Doch auch das übergeordnete Gericht duldete keinen Aufschub. Nun also hängen an der Landshuter Allee wieder neue beziehungsweise alte Schilder, schon zum zweiten Mal heuer. Die Arbeiter montierten die 30er-Verkehrszeichen einfach über die 50er-Schilder, ohne Letztere vorher zu entfernen – weil es schneller gehen sollte, wie das Baureferat auf Nachfrage mitteilte.
Praktischerweise lässt sich der Schilderwechsel beim nächsten Mal dann ebenso schnell erledigen, wenn es denn mal wieder nötig sein sollte. Das könnte schon bald sein, sofern der Stadtrat in der nächsten Änderung des Luftreinhalteplans wieder Tempo 50 verankert. Wie die Arbeiter vor Ort berichteten, kam die Schilder-Aktion bei Autofahrern nicht sonderlich gut an. Viele hätten gehupt, manche hätten das Fenster heruntergelassen und die Arbeiter teils recht derb beschimpft.

