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Landgericht München:Hohe Strafe für 21-Jährigen nach Mord und Mordversuchen

Tödlicher Messerangriff - Mordprozess beginnt

Seit Dezember stand der Angeklagte 21-Jährige vor dem Landgericht München - wegen Mordes, mehrerer Mordversuche, Vergewaltigungen und Körperverletzungen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein Mann geht in die Wohnung der Familie seiner Ex-Freundin. Dort ersticht er deren Schwester und verletzt Bruder und Mutter schwer. Nun wird er zu zehn Jahren Jugendstrafe verurteilt.

Mord, versuchte Morde, versuchter Totschlag, Vergewaltigungen, Körperverletzungen: Für eine ganze Reihe schwerer Straftaten hat das Landgericht München I am Mittwoch einen 21-Jährigen zu einer Jugendstrafe von zehn Jahren verurteilt. Der Mann solle in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht werden, sagte eine Gerichtssprecherin. Nach Ablauf der Strafe solle zudem entschieden werden, ob für den Mann Sicherungsverwahrung angeordnet wird. Staatsanwaltschaft und Verteidigung haben nun eine Woche Zeit zu entscheiden, ob sie das Urteil akzeptieren oder dagegen vorgehen.

Der 21-Jährige hatte laut Anklage im Sommer 2018 die 25 Jahre alte Schwester seiner Ex-Freundin in der Münchner Wohnung der Familie mit zahlreichen Messerstichen getötet. Auch die Mutter und den 15-jährigen Bruder habe er angegriffen, beide überlebten schwer verletzt. Der Bruder habe ihm noch das Messer abnehmen und einen Notruf absetzen können. Die Familie war als Nebenkläger in dem Prozess aufgetreten, der wegen eines psychiatrischen Gutachtens teils unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden hatte.

Zu dem Angriff auf die Familie hatte sich der Mann der Anklage zufolge entschlossen, als sich die Freundin von ihm trennen wollte. Zuvor soll er diese mehrfach geschlagen und zweimal vergewaltigt haben. Zudem wurden ihm zahlreiche weitere Taten wie räuberische Erpressung und Bedrohung zur Last gelegt. Auch soll er schon früher versucht haben, einen Bekannten umzubringen, weil dieser seiner Ex-Partnerin von dessen Bordellbesuchen erzählt habe.

© SZ vom 09.04.2020 / dpa/kast
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