Zentrale in Münchner Innenstadt:Bayerische Landesbank sucht neuen Hauptsitz für die Homeoffice-Welt

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Zentrale in Münchner Innenstadt: Ausgebrüllt, zumindest am Stammsitz: Die Bayerische Landesbank gibt ihren Komplex an der Brienner Straße auf.

Ausgebrüllt, zumindest am Stammsitz: Die Bayerische Landesbank gibt ihren Komplex an der Brienner Straße auf.

(Foto: Matthias Schrader/dpa)

Die Bayern LB verlässt ihren Stammsitz im Münchner Zentrum. Wo sie ihre neue Zentrale haben wird, ist noch unklar, die Verhandlungen laufen. Auch die Zukunft des 27 000 Quadratmeter großen Areals ist offen.

Von Stephan Radomsky

In den Achtzigern war noch alles anders: In der Staatskanzlei regierte Franz Josef Strauß, im Herzen Münchens baute sich die Bayerische Landesbank eine neue, schillernde Zentrale, und zum Arbeiten ging man ins Büro. Vorbei.

Strauß ist lange tot, die Anwesenheitspflicht im Büro dürfte sich spätestens mit der Corona-Pandemie erledigt haben - und die Bayern LB will raus aus ihrem Stammhaus. Die Bank prüfe "aktuell alternative Standorte zur Miete", bestätigt ein Sprecher, zunächst hatte die Immobilien-Zeitung berichtet. Dazu sei man auch schon in "einem strukturierten Auswahl- und Prüfungsprozess für geeignete Standorte und Objekte". Sprich: Es wird nur noch mit einem kleinen Kreis potenzieller Vermieter geredet. Selbst bauen, so wie damals, das will die Bank nicht mehr.

Wobei die Pandemie und der Umzug direkt miteinander zu tun haben: Die alten Gebäude auf dem Areal zwischen Oskar-von-Miller-Ring, Brienner und Türkenstraße entsprächen nicht mehr heutigen Bedürfnissen, heißt es aus der Bank. Viele Einzelbüros, dazwischen lange Flure, das passe nicht zum modernen digitalen Arbeiten. Umbau und Sanierung wären aufwendig und teuer - und kaum im laufenden Betrieb zu machen. Hinzu kommt, dass die Bank weniger Platz braucht: Für zehn Mitarbeiter gibt es aktuell nur noch sieben Schreibtische, so sieht es eine interne Vereinbarung vor. Wer ins Büro kommen will, muss sich vorher einen Platz buchen. Dafür haben die meisten Mitarbeiter auch nach der Pandemie keine Anwesenheitspflicht mehr im Büro.

Möglich scheint vieles, nur ein kleiner Teil des Bestands steht unter Denkmalschutz

Was aus der alten Zentrale auf einem 27 000 Quadratmeter großen Grundstück in feinster Lage zwischen Pinakotheken, Residenz und Fußgängerzone wird, sei noch unklar, heißt es. Möglich wäre, alles an einen Investor zu verkaufen oder dort selbst etwas Neues zu entwickeln. Möglich scheint vieles, nur ein kleiner Teil des Bestands steht unter Denkmalschutz.

Die Bayern LB ist nicht das einzige Geldhaus in der Stadt, das derzeit die Standorte neu sortiert. Auch die Hypo-Vereinsbank (HVB) plant den Umzug: Schon vor einiger Zeit hat man die alte Zentrale an der Kardinal-Faulhaber-Straße im Zentrum aufgegeben, als nächstes soll der Bürokomplex am Tucherpark folgen. Verkauft ist er bereits. Dafür soll neben der S-Bahn-Station Leuchtenbergring eine neue Verwaltungszentrale mit Platz für 2500 Mitarbeiter entstehen. Erste Pläne gibt es, bis 2027 sollen die Büros fertig sein.

Wann der Umzug bei der Bayern LB ansteht, dazu wollte sich der Sprecher nicht äußern - ganz kurzfristig werde es aber sicher nicht gehen. Offenbar will die Landesbank nicht in alte Büros einziehen, sondern in einen auf die eigenen Vorstellungen abgestimmten Neubau. Es soll ja schließlich wieder ein paar Jahrzehnte halten.

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