VerkehrswendeWann gibt es neue Ladesäulen für E-Autos in München?

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Die Firma Qwello hatte geklagt, weil ihr die Stadt die Genehmigung zum Aufstellen von Ladesäulen verweigert hatte.
Die Firma Qwello hatte geklagt, weil ihr die Stadt die Genehmigung zum Aufstellen von Ladesäulen verweigert hatte. Lorenz Mehrlich
  • Das Verwaltungsgericht München hat erneut rechtliche Zweifel am städtischen Vergabeverfahren für neue Ladesäulen-Anbieter geäußert.
  • Ein Branchenvertreter vermutet, dass neue Klagen und Verfahren den Ausbau der Ladeinfrastruktur noch Jahre verzögern könnten.
  • München hat offiziell noch immer 1200 Ladepunkte an öffentlichen Straßen, aber inzwischen mehr als 50 000 reine E-Autos.
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Das Verwaltungsgericht hat die Stadt und ihr Vergabeverfahren für neue Anbieter erneut ausgebremst. Ein Branchenvertreter gibt nun eine wenig erfreuliche Prognose ab.

Von  Andreas Schubert

Wie lange müssen Fahrer von E-Autos noch auf den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur warten? Geht es nach Einschätzung von Constantin Schwaab, kann es noch Jahre dauern, bis in München neue Ladesäulen installiert werden. Schwaab ist Chef des 2016 von ihm gegründeten Start-ups Wirelane, das Ladelösungen anbietet. Das Münchner Unternehmen stattet deutschlandweit unter anderem Hotels und Firmen mit Ladeinfrastruktur aus, hat aber in ein paar Städten auch einige Stationen im öffentlichen Raum aufgestellt.

Als Vertreter der Branche beobachtet Schwaab im eigenen Interesse sehr genau, was in München in Sachen Elektromobilität und Ladeinfrastruktur passiert. Er hat die Verhandlung am 4. Februar am Verwaltungsgericht München als Zuschauer verfolgt. Verhandelt wurde der Rechtsstreit zwischen dem Ladeinfrastruktur-Anbieter Qwello mit der Stadt München. Die Firma Qwello hatte geklagt, weil ihr die Stadt die Genehmigung zum Aufstellen von Ladesäulen verweigert hatte, mit dem Hinweis auf eine bereits seit 2020 laufende öffentliche Ausschreibung.

Nachdem sich Letztere als rechtswidrig erwiesen hatte, startete die Stadt 2025 ein neues Prozedere für die Vergabe, bei dem sich verschiedene Anbieter bewerben konnten, bei mehreren sollte das Losverfahren entscheiden. Und an diesem Verfahren äußerte das Verwaltungsgericht ebenso rechtliche Zweifel, weil die Stadtwerke München (SWM), die im öffentlichen Raum rund 1200 Ladepunkte betreiben, nicht in dieses Verfahren einbezogen worden sei.

Schwaab vermutet nun, dass es neue Klagen geben könnte, falls die Stadt tatsächlich wieder ein erneutes Vergabeverfahren starten müsste. Klagen würden dann seiner Einschätzung nach jene Unternehmen, die zunächst Losglück hatten und dann wohl wieder leer ausgehen könnten. Sowohl das Erstellen eines neuen Verfahrens als auch mögliche Gerichtsverfahren würden eben die Schaffung neuer Infrastruktur lange Zeit verzögern, vermutet Schwaab.

Wie die Stadtverwaltung nun vorgeht, ist noch offen.  „Das oberste Ziel ist nach wie vor, Ladeinfrastruktur in München weiter zur Verfügung zu stellen und zügig auszubauen“, teilt das Mobilitätsreferat mit. „Um dieses Ziel zu erreichen, wird die Stadt anhand der Urteilsbegründung alle Varianten und Lösungsmöglichkeiten prüfen, bevor eine Entscheidung getroffen wird.“ Bis das Urteil vorliegt, dürften voraussichtlich mehrere Wochen vergehen.

Doch wie hat sich in München die Ladeinfrastruktur eigentlich entwickelt? Laut Bundesnetzagentur ist die Anzahl der Ladepunkte  von 37 Anfang 2017 auf 3028 öffentlich zugängliche Normal- und 340 Schnellladepunkte Anfang 2026 gestiegen. Aber: Die allermeisten davon befinden sich in Parkhäusern, auf Hotel- oder Supermarktparkplätzen, sind also nur beschränkt zugänglich. Die Bundesnetzagentur unterscheidet nach eigenen Angaben nicht, wo genau die Ladesäulen stehen. Die Stadt gibt als offizielle Zahl noch immer 1200 Ladepunkte an öffentlichen Straßen an, so viele wie vor drei Jahren auch schon. Doch inzwischen gibt es mehr als 50 000 reine E-Autos in München, dreimal so viele wie damals.

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