In der Schwabinger Lach- und Schießgesellschaft jagt ein Umbruch den anderen, nicht nur beim Kabarett, sondern auch beim zugehörigen Restaurant. Gerade einmal vier Monate ist es her, dass die Pächter Mariana und Christian Entleitner das Konzept von Grund auf umkrempelten. Zuvor hätten die Gäste das Lokal nicht als vollwertige Gastronomie wahrgenommen, so begründete Mariana Entleitner im Frühjahr diesen Schritt.
Doch auch der Nachfolger Wing Nation habe in den vergangenen Monaten für Missverständnisse gesorgt. Manche Gäste, die für Chicken Wings und nicht fürs Kulturprogramm gekommen waren, hätten sich ausgeschlossen gefühlt. Nun also der dritte Anlauf: Angelehnt an das Gründungsjahr der „Lach und Schieß“ (1956) trägt das Restaurant nun den Namen Kult 56 und wird am Samstagabend, 9. August, wiedereröffnen.

Entleitners wollen das Lokal wieder zum Wohnzimmer für Kulturschaffende machen. Deshalb nehmen sie das Kulturprogramm nun erstmals selbst in die Hand. Mithilfe eines künstlerischen und eines musikalischen Leiters planen sie Kunstausstellungen, Kabarett- und Comedy-Events, Poetry Slams sowie Musik- und Bingo-Abende.
Das Überangebot an Fast Food im Viertel sei ein weiterer Grund dafür gewesen, die Speisekarte neu auszurichten, sagt Mariana Entleitner. Gekocht wird jetzt bayerisch bis international, von Schweinebraten über selbstgemachte Pasta bis zum Burger mit Wagyu-Rind. Dazu wird es unter der Woche einen Mittagstisch geben, am Wochenende Frühstück und etwa einmal im Monat einen Menüabend.
Im September soll außerdem ein kleiner Tante-Emma-Laden entstehen, wo zuvor der Ticketverkauf untergebracht war. Der könnte bei vielen Familien im Viertel für einen entspannten Start ins neue Schuljahr sorgen, denn mit einem Brotzeitbox-Abo landet jeden Morgen ein individuell belegtes Brot vom Bio-Bäcker im Ranzen (Kult 56, Ursulastraße 9, Wiedereröffnung am 9. August ab 19 Uhr).
Noch ist aber nicht an den Schulstart zu denken, haben doch die Sommerferien erst vor einer Woche begonnen. Mit den steigenden Temperaturen dürfte in diesen Tagen bei vielen auch wieder der Appetit auf Eis zurückkehren. Spätestens dann wird den Besuchern der Eisbachwelle ein rosafarbener Container vor dem Haus der Kunst auffallen. Dabei handelt es sich um die erste Verkaufsstelle von Twin Fin Eis aus München.
Dessen Gründer Daniel Theil arbeitet eigentlich als Ingenieur, surft selbst gerne auf der Eisbachwelle und empfindet die Prinzregentenstraße seit Jahren als „Service-Wüste“. Einheimische würden vielleicht die Kioske in der Nähe und die Goldene Bar im Museum kennen, meint Theil. Doch gerade für Touristen könne man den Platz neben der Welle noch besser erschließen.
Beim Museumsdirektor Andrea Lissoni rannte er mit dieser Idee offene Türen ein. Pünktlich zur neuen Ausstellung „Für Kinder“ war der Eis-Container fertig, samt Holztreppen darum herum zum Verweilen. Das Eis bezieht Theil vom Hafermilch-Hersteller „Oatly“. Damit kommt Twin Fin ganz ohne tierische Produkte aus, vom Softeis in den Sorten Vanille und Matcha bis zur Waffel und den Toppings (ab 2,95 Euro). Vorerst wird der Container drei Jahre bleiben und vielleicht auch im Winter geöffnet haben – dann mit Waffeln und Heißgetränken anstelle von Eis (Twin Fin, Prinzregentenstraße 1, Mittwoch bis Sonntag von 12 bis 22 Uhr).
Direkt daneben, wenn auch etwas versteckter, erstrahlt der Eisbach Kiosk seit Kurzem in neuen Farben, nämlich im Lila, Pink, Orange und Gelb der Paulaner Spezi-Welle, die die Brauerei erst in dieser Woche vor Gericht als Markenzeichen verteidigte. Kiosk-Betreiber Klaus St. Rainer von der Goldenen Bar ist bekennender Spezi-Fan und seit Jahren eng mit der Surf-Community verbunden.
Nach den vielen tristen Wochen, in denen zuerst die Surfer nicht auf die Welle durften und zuletzt der Regen nicht mehr aufhören wollte, hofft Rainer nun auf ein sonniges Saison-Finale am Kiosk. Im August werden immer wieder DJs auflegen, außerdem gibt es neben Spezi und anderen Limonaden dort inzwischen auch Kaffee, Bier, Weinschorle und Spritz (Eisbach Kiosk, Prinzregentenstraße 1, bei schönem Wetter Donnerstag bis Sonntag von 12 Uhr bis zur Dunkelheit).

