Früher waren Maßkrüge in Form einer Frauentaille im Dirndl ausschließlich für Touristen gedacht. Schneekugeln, in denen sich der Aloisius berieseln lässt, ebenso. Inzwischen aber finden sich auch in zahlreichen Münchner Haushalten typische Touristen-Accessoires - ganz unironisch benutzt. Das Geschirrhandtuch mit der München-Skyline, die Salz- und Pfefferstreuer - besser gesagt "Soiz" und "Pfeffa" - und der Brezn-Teller, wie sie "Servus Heimat" anbietet. Accessoire gewordene Heimatliebe hat den Vorteil, dass sie überall hin mitgenommen werden kann, subtiler wirkt als ein Shirt mit München-Spruch und trotzdem klar macht: "Du siehst schon, wo ich herkomme, gell?"

Bild: Stephan Rumpf 21. August 2017, 07:042017-08-21 07:04:12 © SZ vom 21.08.17/bhi