Kaum ist der Dry January vorbei, steigt bei vielen wieder die Trinklaune. Da ist dann im drögen Februar jeder noch so alberne Anlass zum Anstoßen recht: Erste Sonnenstrahlen? Volle Terrassen. Fasching? Voller Viktualienmarkt. Valentinstag? Volle Restaurants, allen voran in diesem Jahr, so scheint es, die L’Osteria.
Denn wo andere Restaurants mehrgängige Menüs oder teure Aktionspakete schnüren, hat sich die Münchner Pizza-und-Pasta-Kette für den Tag der Liebenden nichts Geringeres vorgenommen, als die „Demokratisierung des Champagners“, so steht es zumindest in der Ankündigung geschrieben. Dazu hat L’Osteria gleich eine ganze Valentinswoche ausgerufen und bewirbt sie im Internet mit mehr oder minder bekannten Gesichtern aus der hiesigen Influencer- und Datingshow-Landschaft.
Während der Aktion gibt es in allen teilnehmenden Filialen Champagner für fünf Euro pro Glas und 37 Euro pro Flasche – und dabei handelt es sich nicht einmal um ein Billigprodukt, wie man angesichts dieser Preise vermuten könnte. Ausgeschenkt wird die Collection 246 von Louis Roederer, einem traditionsreichen und familiengeführten Champagnerhaus, das auch viele gehobene Restaurants in München auf ihren Weinkarten gelistet haben – bloß bezahlt man dort mindestens dreimal so viel pro Glas und Flasche.
„Wirtschaftlich gesehen ist die Aktion ein Nullsummenspiel, mit der wir quasi keine Marge machen“, teilt die L’Osteria auf Anfrage mit. Wobei während dieser Woche sicherlich auch mehr Essen umgesetzt werden dürfte. Möglich machen es aber vor allem der zentral geregelte Einkauf und die hohe Stückzahl an Flaschen, die das Unternehmen mit rund 200 Restaurants Roederer abnehmen kann. Kritische Stimmen fragen, ob die Exklusivität eines solchen Luxusprodukts nicht verloren geht, wenn man es zum Einkaufspreis in der Systemgastronomie verscherbelt.
Mag schon sein. Am Ende des Tages bietet aber doch die Aktion vielen, die sich das sonst nicht leisten würden, die Möglichkeit, sich im Alltag mal ein Glas Schampus zu gönnen. Da dürfen sich Valentinsmuffel und Gourmet-Snobs ruhig anschließen, und mag es nur zum Überführen Gleichgesinnter sein, die sich das auch nicht entgehen lassen wollten und gehofft hatten, nicht auf bekannte Gesichter zu treffen (L’Osteria Valentinswoche von 9. bis 15. Februar, keine Limitierung pro Gast oder Tisch, www.losteria.net).
Schaumwein darf auch bei der Käfer Ladenparty am 12. Februar nicht fehlen. An diesem Abend kann man im Feinkostladen in der Prinzregentenstraße das Sortiment im Gespräch mit Lieferanten und Gastwinzern kennenlernen, die Gäste über den Laden verteilt an verschiedenen Stationen in Empfang nehmen.
Dieses Mal werden mehrere Bars für Sekt, Gin und Kaffee aufgebaut sein, dazu gibt es verschiedene Schweizer Käsespezialitäten, eine Sushibar sowie Speisen aus dem Käfer Bistro und Süßes aus der hauseigenen Confiserie, etwa Mini-Krapfen passend zum Fasching (Käfer Ladenparty, Prinzregentenstraße 73, am 12. Februar von 19.15 bis 23 Uhr, 89 Euro p.P., Tickets über www.feinkost-kaefer.de).

In der Charlatan Bar wird am 28. März ein letztes Mal angestoßen werden, wie die Cocktail-Bar in der Einsteinstraße vor wenigen Tagen bekannt gab. Als Grund nennt Co-Betreiber Johannes Möhring zu hohe Kosten, für den Einkauf einerseits, aber auch für die Pacht. Dazu kämen die herausfordernde Lage und das allgemeine Konsumverhalten der Menschen, die auch in München immer seltener ausgingen, erklärt Möhring.
In den vergangenen Jahren waren die drei Teilhaber vom Charlatan mitunter für Bar-Konzepte wie die ehemalige Ménage Bar am Gärtnerplatz und den Schwarzen Dackel im Westend verantwortlich. Nach nicht einmal zwei Jahren steht nun auch die Charlatan Bar vor dem Aus, die für ihre kreativen Drinks in lockerer Atmosphäre – nicht selten zu Klängen vom Live-DJ – beliebt war.
Ob seine Geschäftspartner nochmal eine neue Bar eröffnen werden, lässt Möhring offen. Für die kommenden zwei Monate laden die drei jedenfalls zu einem letzten Drink ein und wollen ihren Abschied am letzten Samstag im März groß feiern. Bis dahin hoffen sie Interessenten zu finden, die die Bar in dieser oder anderer Form weiterführen möchten (Charlatan, Einsteinstraße 50, Dienstag bis Samstag ab 18 Uhr).

