Sie sind groß, sie sind schwer und sie schlucken überproportional viel Sprit: Gemeint sind SUVs, also Geländewagen, die in den seltensten Fällen durchs Gelände brausen. Während die einen sie als „rollenden Hochstuhl für den Herrn mit Hut“ verspotten, freuen sich die anderen an ihrer Leistungsstärke und visuellen Dominanz. Obwohl sie erst in den 1990er-Jahren auf den Straßen Europas auftauchten, könnte man meinen, sie seien ein Kind der Fünfziger- und Sechzigerjahre, als man von der „autogerechten Stadt“ nicht nur träumte, sondern sie in Beton und Asphalt manifestierte. Und doch werden bei der nächsten IAA in München in ein paar Wochen die Automobilfirmen wieder um die Gunst potenzieller SUV-Kunden buhlen.
Die Künstlerin Folke Köbberling hat im September vergangenen Jahres drei aus kompostierbarem Material hergestellte SUVs im Münchner Stadtraum platziert. Unter dem Titel Mash & Heal kritisiert sie damit die Dominanz des Autos und die damit einhergehende Flächenversiegelung der Stadt. Nun nähert sich die Kunstaktion, die im Rahmen von Public Art München stattfand, mit einer Performance dem Ende. Perfektes Timing im Vorfeld der IAA. Dabei werden die Überreste der SUVs am Sonntag, 7. September, symbolisch zu Grabe getragen. In zwei Prozessionen werden sie zusammengeführt und zu einer neuen, grünen Skulptur vereint. Eine Prozession startet um 11 Uhr am Europaplatz, die andere um 11.30 Uhr am Sendlinger Tor. Um 13.30 Uhr trifft man sich an der Schleißheimerstraße 6, wo das offizielle „Begräbnis“ stattfindet. Die Grabrede wird Tom Biburger halten, mit einer Soundinstallation von Boris Jöns.
Ob der Garten Eden wirklich so perfekt war, wie ihn sich die Menschen gemeinhin vorstellen? Und was heißt schon „perfekt“ in Natur und Gartenkunst? Die einen schwören auf die verschlungenen Pfade und naturnahen Wiesen eines englischen Landschaftsgartens, für die anderen ist der französische Barockgarten mit gepflegten Beeten, gestutzten Hecken und symmetrischen Wegen der Inbegriff des Schönen. Und wieder andere eliminieren jegliche Natur unter Schotter, Kies und Glas und erfreuen sich dann ihres Stein-„Gartens“.
In eine andere Art Garten Eden führt die Ausstellung der Graphischen Sammlung in der Pinakothek der Moderne München. Die paradiesischen Sehnsuchtsorte, die dort in japanischer Holzschnitttechnik von teils berühmten Holzschnittkünstlern zu sehen sind, sind mehr Seelenlandschaften denn Naturabbildungen. Zu sehen sind ausgewählte Werke aus einer Schenkung mit 250 Blättern, die die Staatliche Graphische Sammlung München 2020/21 erhielt. Darunter so große Meister des Fachs wie Hokusai, dessen „Große Welle“ noch immer als der Inbegriff japanischer Holzschnitttechnik gilt, und seines nicht minder großartigen Kollegen Hiroshige. Hinzu kommen die minimalistischen Eingriffe des zeitgenössischen japanischen Bildhauers und Installationskünstlers Yoshihiro Suda, dessen Natur-Capriccios zum Suchen und Finden geradezu herausfordern (bis 21. September).
Von einem friedlichen Naturidyll in ein Flammeninferno gestürzt wurden im August vor 80 Jahren Hiroshima und Nagasaki. Damals warfen US-Bomber die ersten gegen Menschen und Städte eingesetzte Atombomben über den beiden japanischen Städten ab. Wie diese vor und nach den drei Tagen der Hölle aussahen, welche direkten Auswirkungen und Spätfolgen die Menschen noch Jahrzehnte nach den Atombombenabwürfen erleiden müssen und wie das Land versuchte, aus der Katastrophe Zuversicht zu schöpfen, zeigt die Ausstellung Vom Inferno zum Friedenssymbol. 80 Jahre Hiroshima und Nagasaki im Museum Fünf Kontinente in München (bis 11. Januar 2026).

Ausstellung in München über Hiroshima:Der Tag, als die Bombe fiel
Vor 80 Jahren begann mit den Angriffen auf Hiroshima und Nagasaki das Atomzeitalter. Die Bomben brachten Leid und Tod über Hunderttausende Menschen. Daran erinnert eine Ausstellung im Museum Fünf Kontinente in München.
Nach so viel Zerstörung noch ein Blick in eine Ausstellung, die nach Lösungsansätzen für und mit der Natur sucht: Trees, Time, Architecture! Die Ausstellung des Architekturmuseums in der Pinakothek der Moderne (nur noch bis 14. September) stellt historische und aktuelle Beispiele vor, in denen es um ein „Bauen auf Baum“ in Architektur und Landschaftsarchitektur geht. Das Problem hier: Die Menschheit bräuchte eigentlich recht schnell Antworten auf ökologische Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringt, aber Bäume brauchen nun mal Zeit zum Wachsen. Schnelle Lösungen sind hier also auch nur bedingt in Sicht. Obwohl: Wer beobachtet hat, wie schön sich die Bäumchen entwickelt haben, die als Opener der Ausstellung unter dem Vordach des Museums aufgestellt sind, kann doch ein wenig hoffnungsfroh in die Zukunft schauen.

