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Kunst:"Das hat mich völlig aus der Bahn geworfen"

Fahrradkurier, Museumsaufseher, Standesamt-Sicherheitsbeamter, Maler - der Künstler Christoph Schneider in seiner Wohnung, die auch das Atelier des 65-Jährigen ist.

(Foto: Catherina Hess)

Christoph Schneider war auf dem besten Weg, ein bekannter Künstler zu werden. Dann starb ein Freund und nichts war mehr wie zuvor. Heute arbeitet er als Aufseher im Museum. Über einen, der sich nicht als Opfer sehen will.

Von Philipp Crone

Sitzen oder hängen? Das ist kein örtliches Detail für Christoph Schneider, sondern die wichtigste Frage seines Lebens. Schneider war auf dem Weg, ein Künstler zu werden, der vielleicht sogar einmal im Haus der Kunst präsentiert worden wäre, also dort hängen hätte dürfen. Schneider, ein 65 Jahre alter Herr, der an einem kalten Novembernachmittag durch den Englischen Garten spaziert, in Hemd und Mantel, er war mit Ende 20 Schüler bei Jörg Immendorff, Meisterschüler bei Rudi Tröger, erhielt ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), Einladungen in elitäre Künstlerkreise und dann die bis dahin höchste Weihe: vorgeschlagen für ein Stipendium an der Villa Massimo in Rom, vor 32 Jahren, 1988.

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