Kultur: "Die Botschaft an die Künstler lautet: Ihr seid komplett unwichtig"

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Coronavirus - München

Leere Stühle warten in den Kammerspielen auf Publikum.

(Foto: Sven Hoppe/dpa)

Winfried Nerdinger, Präsident der Akademie der Schönen Künste, sieht die Freiheit der Kultur bedroht. Er sagt: Die Reaktionen auf die Aktion #allesdichtmachen haben ihn betroffen gemacht.

Interview von Susanne Hermanski und Sabine Reithmaier

Winfried Nerdinger blickt auf ein langes Berufsleben im Dienste von Staat, Kultur und Bildung zurück. Der 77-Jährige Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste war Professor für Geschichte der Architektur und Baukonstruktion an der Technischen Universität München. Er hat viel über die Zeit des Nationalsozialismus veröffentlicht, und er war Gründungsdirektor des Münchner NS-Dokumentationszentrums, ein für die Stadt München überaus schwieriges, davor beinah gescheitertes Projekt. Mit anderen Worten: Er ist ein Geradeaus-Denker, ein aufrechter, kritischer Geist. An der Spitze der Akademie der Schönen Künste fällt ihm offiziell die Aufgabe zu, den Freistaat in kulturellen Fragen zu beraten. Das fällt ihm im Moment nicht leicht.

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