Die Auswirkungen des Klimawandels sind spürbar. Die Temperaturen steigen, Hitzetage mit mehr als 30 Grad Celsius häufen sich. Hitzewellen gelten als „stille Killer“, weil die gesundheitliche Belastung durch hohe Temperaturen oft nicht ernst genug genommen wird.
Im Jahr 2024 gab es laut deutschem Wetterdienst 26 heiße Tage, also Tage mit 30 Grad oder mehr. 2025 waren es 19. Der heißeste Tag war mit 34,3 Grad der 2. Juli. Eine Hitzewelle gab es im Zeitraum vom 22. Juni bis um 2. Juli: Acht Tage kletterte da das Thermometer auf 30 Grad oder mehr. Ein zweites Mal Schwitzen hieß es in einer Woche im August. Da waren es sechs Tage.
Der Körper von gesunden Menschen kann besser mit Hitze umgehen als der von älteren Menschen oder jenen mit Vorerkrankungen wie Diabetes oder Lungenerkrankungen. Kleinkinder oder Schwangere tun sich ebenso schwer damit. Gerade, wenn es mehrere heiße Tage hintereinander gibt.
Um die Münchnerinnen und Münchner ausreichend zu informieren und besonders gefährdete Personengruppen zu schützen, hat das Gesundheitsreferat (GSR) bereits 2024 Hitzeschutzmaßnahmen für die Stadt umgesetzt. Das Motto: „München bleibt cool“. Nach zwei Sommern hat das GSR nun in der Sitzung des Gesundheitsausschusses am Freitag eine erste Bilanz gezogen.

Badeseen, Friedhöfe, Kirchen – an heißen Tagen versprechen solche Orte Kühlung. Auf einer interaktiven München-Karte sind viele davon in der Stadt aufgelistet. Fünf Einkaufzentren, acht Badeseen, 14 Freibäder und 75 Kirchen sind aktuell eingetragen. Ebenso 70 öffentliche Trinkwasserbrunnen, die bei der Bevölkerung laut GSR nicht nur beim Münchner Oktoberfest auf „große Akzeptanz“ stoßen. Das Interesse an der Karte sei in der ganzen Sommersaison 2025 groß gewesen. In einer Woche Ende Juni, Anfang Juli sei sie über 3300-mal angeklickt worden. Die Karte werde deshalb immer weiter ergänzt.
Das seit 2024 bestehende Hitzewarnsystem informiert per E-Mail alle Institutionen mit vulnerablen Personengruppen, ob eine extreme Wärmebelastung vorliegt. Der Deutsche Wetterdienst arbeitet mit zwei Risikowarnstufen: einer starken Hitzebelastung mit einer gefühlten Temperatur von über 32 Grad Celsius und einer extremen mit über 38 Grad. Diese Grenzwerte seien laut GSR im Sommer 2025 nicht überschritten worden.
Die Etablierung des Hitzewarnsystems sowie des Onlineangebots zum Ausweis kühler Orte in München seien „wichtige Eckpfeiler“ des Hitzeschutzkonzeptes, sagt Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD). Hitze dürfe nicht krank machen oder gar Leben bedrohen. Die Stadt stehe da „in der Pflicht“.
Besonders wichtig ist dem GSR daher vorrangig die Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema. Dafür setzt die Stadt auf eine gute Information etwa über die stets aktualisierte Webseite mit Tipps. Immer wieder klärt das GSR auch bei stadtweiten Veranstaltungen über das Thema Hitze und Gesundheit auf. So auch bei Gesundheitstagen in den Stadtvierteln wie in den Alten- und Servicezentren Moosach, Riem und Aubing oder bei Klimatreffs.

Hitzewelle:Wo München am kühlsten ist
Mehr als 30 Grad im Schatten brachten die jüngsten Hitzewellen. Doch die Temperaturen sind ungleich über die Stadt verteilt. In welchen Vierteln wird es besonders warm und wo ist es noch etwas erträglicher? Ein Rundflug über die Hitzekarte Münchens.
Es gibt außerdem Hitze-Leitfäden für medizinisches Personal, Pflegepersonal und Angehörige. Eine Informationsveranstaltung und eine Schulung für Lehrpersonen und Praxisanleitende in der Pflegeausbildung wurden vom GSR veranstaltet. Das Schulungsangebot ist laut GSR „sehr gut besucht“ gewesen.
Für dieses Jahr wird der Fokus auf dem Thema Sonnenschutz/UV-Schutz liegen. Dabei orientiert sich das GSR an den wissenschaftlich-medizinischen Erkenntnissen der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft. Auch soll es einen Austausch mit der städtischen Wohnbaugesellschaft Münchner Wohnen geben, damit Hitzeschutz auch Mieterinnen und Mietern zugutekommt.

