Was läuft in der Münchner Gastro-Szene?Philippinische Koch-Performance und ein deutscher Winzer-Gipfel

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Angel Dimayuga ist eine US-amerikanische Köchin, Kochbuchautorin und Performance-Künstlerin mit philippinischen Wurzeln.
Angel Dimayuga ist eine US-amerikanische Köchin, Kochbuchautorin und Performance-Künstlerin mit philippinischen Wurzeln. Graydon & Harriet

Im Haus der Kunst serviert die philippinische Köchin Angel Dimayuga bei einem Kunst-Happening ein Mehr-Gänge-Menü. In der Bar des Rosewood-Hotels wurde ein Wein-Guide vorgestellt.

Von Sarah Maderer

Wer in München asiatisch essen gehen möchte, hat die Qual der Wahl: japanisch oder vietnamesisch, thailändisch oder chinesisch, ja sogar malaysische Spezialitäten hat die Stadt zu bieten – in trendigen Asian-Fusion-Lokalen nicht selten alles zusammen. Aber die philippinische Landesküche? Praktisch nicht existent, von gelegentlichen Tages-Pop-ups mal abgesehen. Immerhin hat vor gut einem Jahr ein philippinisches Restaurant in der Ickstattstraße sein Glück versucht – nur um drei Monate später wieder zuzusperren.

Der Guide Michelin hat die Philippinen auf die diesjährige Liste der besten Reiseziele für Feinschmecker gesetzt, nachdem seine Tester zuletzt allein in den Städten Manila und Cebu City mehr als 100 Restaurants neu ausgezeichnet haben. Wenn also gerade die internationale Aufmerksamkeit für die philippinische Küche wächst, kann sie vielleicht auch bald in München dauerhaft Fuß fassen.

Einen ersten Impuls setzt an diesem Wochenende Angel Dimayuga im Haus der Kunst. Die US-amerikanische Köchin, Kochbuchautorin und Performance-Künstlerin hat ihre philippinischen Wurzeln und die damit verbundene Frage nach ihrer kulturellen Identität ins Zentrum ihres Wirkens gestellt.

Als Tochter philippinischer Einwanderer ist sie in Kalifornien aufgewachsen und hat sich unter anderem in New York einen Namen als vielversprechende Nachwuchsköchin gemacht, die Kulinarik mit Kunst verbindet. Der im Jahr 2018 verstorbene Koch und Dimayugas Mentor Anthony Bourdain erkannte in ihr eine „Botschafterin der philippinischen Küche“.

Im Rahmen der Ausstellung Echoes. Skin Contact lädt Dimayuga nun am Sonntag zu einer Dinner-Performance mit dem Titel „Living Room Concept“ ein, mit der sie an diesem Abend auch Deutschland-Premiere feiert. Das rein vegetarische Menü aus philippinischen Speisen wird Dimayuga in der Küche der Schumann’s Bar vorkochen und anschließend während ihrer Performance im Haus der Kunst servieren.

Teil des Fünf-Gänge-Menüs sind unter anderem ein traditionell philippinischer Eintopf aus grünen Mungobohnen, Kürbis und Kohl („Munggo“), in Bananenblättern gedämpfter Reiskuchen mit Kokosmilch, Safran und Chili („Bubuto“) sowie zum Dessert „Leche Flan“ mit Karamell, weißem Pfeffer und Sesamöl.

Die Künstlerinnen Nadine Noor und Stephanie Comilang steuern außerdem Gastbeiträge und Snacks bei, etwa einen Fruchtsalat, den Noor vor Ort zubereitet und dabei kunstvolle Schnitttechniken aufzeigt (Angel Dimayuga im Haus der Kunst, Prinzregentenstraße 1, Sonntag 1. Februar 18 bis 22 Uhr, Tickets für die Performance in englischer Sprache inklusive Menü und Getränke regulär 45 Euro, ermäßigt 35 Euro, mit Jahreskarte oder Festival-Pass 25 Euro, www.hausderkunst.de).

Wein wird es begleitend zu Dimayugas Menü auch geben, wenn er dort auch längst nicht den Stellenwert einnehmen wird, den er vergangenen Montag in der Bar Montez des Rosewood Hotels hatte. Dort präsentierte der Münchner Henris-Verlag, ehemaliger Herausgeber der deutschen Ausgabe des Restaurantführers Gault & Millau, seinen ersten eigenen, gesonderten Wein-Guide für 2026.

Für den rund 600 Seiten schweren Ratgeber haben zwölf Expertinnen und Experten mehr als 4500 Weine aus deutschen Anbaugebieten blind verkostet und anhand einer Skala mit bis zu fünf möglichen Weintrauben bewertet. Dabei werden Anbaugebiete, Winzer, Weingüter und deren Sortiment samt Jahrgängen und Flaschenpreisen sowie die Preisträgerinnen und Preisträger besonderer Auszeichnungen im Buch vorgestellt, die am Montag nach München gekommen waren, um ihre Ehrungen entgegenzunehmen, darunter sieben junge Winzertalente der „Next Generation“ und die Hersteller der 20 besten Weine des Jahres (Henris Weinguide 2026, 48 Euro, www.henris-diamonds.com).

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