Fahndungserfolg der Münchner PolizeiBetrug mit Kryptowährungen: Tatverdächtiger festgenommen

Das Angebot steigt, die Nachfrage ebenso: Trotz hoher Risiken werden Kryptowährungen als Kapitalanlage immer beliebter – ziehen aber auch Betrüger an.
Das Angebot steigt, die Nachfrage ebenso: Trotz hoher Risiken werden Kryptowährungen als Kapitalanlage immer beliebter – ziehen aber auch Betrüger an. Marijan Murat

Ein 21-jähriger Mann gab sich laut Polizei als Mitarbeiter einer Trading-Plattform aus und brachte eine 48-jährige Münchnerin um 13 000 Euro. Die Ermittler glauben, dass der mutmaßliche Täter noch für zahlreiche andere Fälle verantwortlich sein könnte.

Von Stephan Handel

Die Münchner Polizei hat in Bochum einen 21-jährigen Mann festgenommen, der im Verdacht steht, Nutzer von Kryptowährungen im großen Stil betrogen zu haben.

Ins Rollen kam der Fall laut Meldung der Polizei im Oktober 2024 – damals erstattete eine 48-jährige Münchnerin Anzeige gegen unbekannt: Sie war von einem Mann angerufen worden, der sich als Mitarbeiter einer Trading-Plattform ausgab, auf der die Frau ein Konto unterhielt. Auf dieses Konto, so der Mann, sei ein illegaler Zugriff erfolgt. Die Frau glaubte dem Mann und transferierte deshalb ihr Guthaben in Höhe von 13 000 Euro auf ein vom Anrufer genanntes Wallet – eine Art digitaler Brieftasche, die zum Verwahren, Senden und Empfangen von Kryptowährungen benutzt wird. Einen Tag später allerdings stellte sie fest, dass die Summe weiter transferiert und für sie verloren war.

Es gelang Polizisten des Münchner Präsidiums zusammen mit Staatsanwälten der Zentralstelle Cybercrime Bayern relativ schnell, den Mann als Tatverdächtigen zu identifizieren. Allerdings hat er keinen festen Wohnsitz, deshalb wurde seit Januar per Haftbefehl nach ihm gefahndet. Schließlich wurde er Ende Juni in einer Wohnung in Bochum festgenommen, seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Im Zuge der weiteren Ermittlungen ergab sich der Verdacht, dass der Beschuldigte für mindestens 57 ähnlich gelagerte Fälle verantwortlich sein könnte. Die Summe des Schadens beliefe sich dann auf rund 150 000 Euro. Die Ermittlungen dauern an.

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