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München:Krisen-Kooperation

Stadt und Hilfswerke bieten Zusatzhilfen für Notleidende

Das Sozialreferat und die Hilfswerke der großen Kirchen, Diakonie und Caritas, bemühen sich, Wohnungslosen während der Corona-Krise ausreichend Unterstützung anzubieten. Denn die gängigen Einrichtungen stoßen - wegen der geltenden Abstandsregeln - vor allem räumlich an ihre Grenzen. "Wir können die Menschen nicht mehr in dem Maße beraten, wie es für die Betroffenen nötig wäre", wird die Leiterin der Bahnhofsmission am Hauptbahnhof, Bettina Spahn, in einer Mitteilung der Stadt zitiert. Dies gelte auch für andere Einrichtungen, weshalb sich jetzt kirchliche Organisationen und Sozialreferat zu einer Art Krisen-Kooperation entschlossen haben. "Die notleidenden Menschen in München sollen mit einer gemeinsamen Anstrengung unterstützt werden", wie es in der städtischen Mitteilung heißt.

Von sofort an will die Caritas auf der Freifläche beim Staccioli-Ring an der Kreuzung Luisen-/Elisenstraße (Karl-Stützel-Platz) einen Foodtruck abstellen und Hilfesuchende täglich mit warmer Suppe und Brotzeit-Paketen versorgen. Ein zweiter soll bald folgen. Ferner plant die Caritas, mit dem Sozialbetrieb Diakonia, einer Gesellschaft der Inneren Mission München, in leer stehenden Läden des ehemaligen Postbankgebäudes Versorgungsstrukturen einzurichten, etwa eine Kleiderausgabe. Der Eigentümer stellt die Räume den Angaben zufolge kostenlos zur Verfügung.

"Gerade Menschen, die wohnungslos oder gar obdachlos sind oder auch Menschen, die bisher prekär beschäftigt waren und jetzt vielleicht ihren Job verloren haben, brauchen in dieser Krisensituation dringend Unterstützung", sagt Sozialreferentin Dorothee Schiwy. Ihre Behörde hat entschieden, das Kälteschutz- und Übernachtungsschutzprogramm für Obdachlose auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne nicht nur nachts sondern ganztägig zu öffnen. Einstweilen haben die Anlaufstellen Schiller 25, Otto und Rosi, D3 und Teestube "komm" im Notbetrieb geöffnet, ebenso das Amt für Wohnen und Migration an der Franziskanerstraße.

© SZ vom 31.03.2020 / smüh

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