„Die Marmorbraut“ im PrinzregententheaterEine vergessene Oper erwacht zum Leben

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Immer neugierig auf Musikwerke, die entdeckt werden wollen:  das Münchner Rundfunkorchester.
Immer neugierig auf Musikwerke, die entdeckt werden wollen:  das Münchner Rundfunkorchester. (Foto: Markus Konvalin/BR)

Dank venezianischer Musikforscher kann das Münchner Rundfunkorchester Ferdinand Hérolds Opéra-comique „Die Marmorbraut“ wieder Gehör verschaffen.

Von Jutta Czeguhn

Das Palazetto Bru Zane in Venedig – der Tagesspiegel nannte dieses Palästchen aus dem 17. Jahrhundert im venezianischen Stadtteil San Polo einmal das „Haus der vergessenen Klänge“. Sehr zu Recht, denn an diesem schönen Ort, im Centre de Musique Romantique Française, widmen sich wahre Musikarchäologen der Wiederentdeckung und Förderung des französischen Musikerbes des 19. Jahrhunderts. Gefördert von der Philanthropin Nicole Bru und ihrer Stiftung.

Seit 2009 birgt man nun im Palazetto musikalische Schätze, nicht nur allerdings zu musealen Zwecken: Die Werke sollen wieder ihr Publikum finden. Das Centre veröffentlicht CDs, Partituren, Bücher und veranstaltet mit seinen internationalen Partnern Konzerte. Einer dieser Partner ist das Münchner Rundfunkorchester, das jetzt am 30. November im Prinzregententheater Ferdinand Hérolds Opéra-comique „Zampa ou La fiancée de marbre“ in konzertanter Version präsentiert. Seinerzeit, in den 1830er-Jahren, war diese „Marmorbraut“ in Paris ein großer Hit und wurde auch in Deutschland und Italien populär.

Die Geschichte der Oper führt zurück ins Sizilien des 16. Jahrhunderts:  Sitzengelassen von Grafen Zampa, erstarrt die junge Alice im Schloss Lugano zur Marmorstatue und wird fortan als Heilige verehrt. Zampa, inzwischen im Piratengeschäft, kehrt nach Jahren zurück und will Camilla, die Tochter des Grafen Lugano, zur Ehe zwingen. Doch da erwacht seine steinerne Braut zum Leben und greift als Rächerin in das Geschehen ein. Zampa, Mozarts „Don Giovanni“ lässt grüßen, wird für seine Untreue von einst büßen.

Das Münchner Rundfunkorchester spielt unter der Leitung von Erik Nielsen. Es singen der BR-Chor und ein hochkarätig besetztes Solistenensemble:  Hélène Carpentier, Sopran; Héloïse Mas, Mezzosopran; Pierre Derhet, Tenor; Julien Henric, Tenor; Cyrille Dubois, Tenor; François Rougier, Tenor; sowie Lukas Mayr, Bariton. Wer mitgezählt hat: Ganz recht, gleich vier Tenöre singen in Hérolds Oper in tragenden Rollen.

„Die Marmorbraut“, Sonntagskonzert des Münchner Rundfunkorchesters, 30. November, 19 Uhr, Prinzregententheater, Infos unter www.rundfunkorchester.de

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