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Architektur:Ein 31-Meter-Bau mitten in der Münchner Innenstadt

So könnte es nach Plänen des Architekturbüros Foster + Partners auf dem Georg-Kronawitter-Platz aussehen.

Der Bau am Georg-Kronawitter-Platz könnte seine Umgebung bei weitem überragen, dafür aber Fußgängern mehr Platz geben. Denkmalschützer sind alarmiert.

Wächst die Altstadt über sich hinaus? Die gewohnte Silhouette des denkmalgeschützten Ensembles, das Münchens Charakter prägt, beginnt sich weithin sichtbar zu verändern. Es gibt bereits einige Neubauprojekte, die markant aus der historisch geprägten Dachlandschaft ragen und ungewöhnliche Akzente im Stadtbild setzen. Jüngstes Beispiel: Nur ein paar Schritte vom Marienplatz entfernt wird am Georg-Kronawitter-Platz ein geplantes Gebäude buchstäblich neue Maßstäbe beim Volumen, der Höhe und der Gestaltung der Dachlandschaft setzen. Der Planungsausschuss des Stadtrats hat sich jetzt erstmals mit dem sogenannten Masterplan für den Platz befasst. Die Grünen und die Linke lehnen schon jetzt eine "Überhöhung" ab. Die Mehrheit im Stadtrat legte sich aber noch nicht fest.

Das Gebäude mit Läden und Büros folgt einer Entwicklung, die am Hauptbahnhof begann. Dort wird im Zuge der umfangreichen Modernisierung des Bauwerks auch ein 70 Meter hoher Büroturm entstehen, der für heftige Debatten gesorgt hatte. Nur ein wenig weiter wird gerade am neuen Hotel Königshof gebaut. Dieses wird um drei Stockwerke höher als der Vorgängerbau und damit den Stachus und den Beginn der Fußgängerzone prägen. Und nun sieht der Masterplan für die Neugestaltung des lange Zeit vernachlässigten Areals zwischen der Fürstenfelder Straße und dem Färbergraben ebenfalls einen "profilüberragenden" Komplex vor. Im vergangenen März war das Grundkonzept für die Neugestaltung des früheren Sattlerplatzes, der inzwischen Georg-Kronawitter-Platz heißt, vorgestellt worden. Das Londoner Büro Foster + Partners präsentierte eine Fußgängerzone und Gebäude, die anstelle der ehemaligen Post und des Parkhauses entstehen. In die Platzmitte kommt ein dritter Komplex.

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Das Planungsreferat spricht von einem "außergewöhnlichen Baukörper, der sich in Form und Materialität von der Umgebung abhebt". Das Erdgeschoss erstreckt sich über zwei Etagen, ist von einer transparenten Fassade umgeben und ist gegenüber den oberen Stockwerken um zwei Meter zurückversetzt. In dieser Halle, so lauten Spekulationen, könnte der Elektronikkonzern Apple einen Laden einrichten. Die ebenfalls zurückspringenden Dachgeschosse sind für Gastronomiebetriebe vorgesehen. In den anderen Stockwerken des siebengeschossigen Hauses sind Büros. Insgesamt erreicht es eine Höhe von 31 Metern - und fällt damit klar aus dem Rahmen der näheren Umgebung.

Das hat Denkmalschützer und andere Fachbehörden auf den Plan gerufen. Die Schaffung einer Überhöhung an dieser Stelle sei in der Struktur der Altstadt nicht angelegt. Bislang sei die Überschreitung der Höhen nur bei öffentlichen Gebäuden und Sakralgebäuden gegeben, heißt es. Auch aus baurechtlicher Sicht gibt es Bedenken. Der Baukörper füge sich nach den Regeln des Gesetzes nicht in die Umgebung ein und könne deswegen "städtebauliche Spannungen" auslösen. Nicht zuletzt geht es darum, dass im näheren und weiteren Umfeld bei anderen Bauherrschaften schnell Begehrlichkeiten hinsichtlich höherer Neubauten geweckt werden könnten.

Das Planungsreferat lobt das Konzept

Im Planungsreferat sieht man diese Probleme, allerdings werden auch die hohen Qualitäten des Masterplans hervorgehoben. Weil das Gebäude höher werde, schaffe man unten mehr Platz für Passanten. Der Platz könne sozusagen zusätzlich erweitert werden, so die Behörde, wenn im obersten Geschoss des Bauwerks "ein angemessenes Angebot an öffentlicher, nicht kommerzieller Nutzung verbindlich umgesetzt wird". Insgesamt lobt das Planungsreferat das Konzept. Es habe sehr gute Voraussetzungen "im Altstadtensemble einen Baustein zu setzen, der zur Attraktivität und Belebung des bislang kaum erlebbaren Stadtraumes führt".

Das ist unter Abwägung der Vor- und Nachteile sowie trotz aller Bedenken ein klares Plädoyer für höheres Bauen in der Altstadt an dieser Stelle. Wegen der denkmalpflegerischen und baurechtlichen Belange will das Planungsreferat nun "die Abstimmung mit den Fachbehörden suchen".

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