Süddeutsche Zeitung

Intendantenwechsel:Heinersdorff löst Pekny ab

Der bisherige Chef der Komödie im Bayerischen Hof gibt die Leitung der bekannten Münchner Boulevardbühne ab. Er stand von mehreren Seiten unter Druck.

Von Susanne Hermanski

Thomas Pekny hat lange mit diesem Schritt gezögert, nun ist er vollzogen: Der bisherige Inhaber und Intendant der Komödie im Bayerischen Hof hat am Dienstagabend 51 Prozent seiner Anteile an der bekannten Münchner Boulevardbühne auf René Heinersdorff übertragen. Thomas Peknys war im Sommer wegen schweren sexuellen Missbrauchs angeklagt und freigesprochen worden. Dennoch hatte der Richter in seinem Urteil betont, sein Spruch sei "kein Beweis der Unschuld" Peknys.

Pekny stand dementsprechend weiterhin unter Druck, sein Haus abzugeben. Und das von mehreren Seiten. Innegrit Volkhardt, die Betreiberin des Bayerischen Hofs und damit Peknys Vermieterin, sagte der SZ: "In den vergangenen Tagen und Wochen haben wir mit Nachdruck erfolgreich an die Vernunft von Thomas Pekny appelliert." Offenbar fürchtete sie einen fortgesetzten Imageschaden für ihr Traditionshotel. An diesem Donnerstag wird zudem in Bunte zu lesen sein, welche Stars bereits angekündigt hatten, nicht mehr an dem Münchner Theater arbeiten zu wollen, würde Pekny bleiben - darunter so zugkräftige Persönlichkeiten wie Jutta Speidel und Michaela May.

René Heinersdorff besitzt bereits drei andere Theater in Düsseldorf, Köln, Essen und ist Teil des Vorstands des Deutschen Bühnenvereins. Er bedauert, dass Pekny sich nicht früher habe durchringen können, das Haus abzugeben. "Dann wäre es jetzt wohl schon wieder in viel ruhigeren Fahrwassern", glaubt Heinersdorff. Und der neue Intendant hofft, dass Pekny sich künftig auch konsequent aus der operativen Theaterleitung heraushalten werde, dass er "loslassen und sich innerlich klären kann".

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