Kampf ums RathausDiese Stichwahl-Duelle gab es bisher in München

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Amtsantritt des neuen Oberbürgermeisters im Münchner Rathaus 1978: Georg Kronawitter (SPD) übergibt Amt und Amtskette seinem Nachfolger Erich Kiesl (CSU). 1984 holte er sich beides zurück.
Amtsantritt des neuen Oberbürgermeisters im Münchner Rathaus 1978: Georg Kronawitter (SPD) übergibt Amt und Amtskette seinem Nachfolger Erich Kiesl (CSU). 1984 holte er sich beides zurück. Werek/Imago

Dieter Reiter oder Dominik Krause: Erst zum vierten Mal wird die Oberbürgermeister-Wahl in einer zweiten Runde entschieden. Und erst einmal wurde ein Amtsinhaber abgewählt.

Von René Hofmann

Am 22. März entscheidet sich, wer München in den nächsten sechs Jahren regiert. Weil bei der Wahl des Oberbürgermeisters in der ersten Runde keiner der Bewerber die absolute Mehrheit erringen konnte, kommt es zum Duell zwischen Dieter Reiter, 67, und Dominik Krause, 35.

Der Amtsinhaber, der der SPD angehört, sammelte im ersten Durchgang 35,6 Prozent, sein Herausforderer von den Grünen kam auf 29,5 Prozent. Es ist erst das vierte Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, dass es zu einer Stichwahl um das OB-Amt kommt. Zum dritten Mal ist Dieter Reiter involviert. Die bisherigen Duelle im Überblick.

2020: Dieter Reiter (SPD) gewinnt gegen Kristina Frank (CSU) – mit 71,7 zu 28,3 Prozent

Bei der Stichwahl am 29. März 2020 ist wegen der Covid-Pandemie ausschließlich Briefwahl möglich, die Unterlagen bekommen alle Wahlberechtigten zugeschickt, ohne dass sie dafür etwas unternehmen müssen. Dies führt zu einer vergleichsweise hohen Wahlbeteiligung von 50,7 Prozent. In der ersten Wahlrunde war Reiter auf 47,9 Prozent gekommen, Frank auf 21,3 und Katrin Habenschaden (Grüne) auf 20,7.

Die Kandidatinnen und der Kandidat mit den besten Aussichten bei der OB-Wahl 2020: Katrin Habenschaden (Grüne), Dieter Reiter (SPD) und Kristina Frank (CSU, von links).
Die Kandidatinnen und der Kandidat mit den besten Aussichten bei der OB-Wahl 2020: Katrin Habenschaden (Grüne), Dieter Reiter (SPD) und Kristina Frank (CSU, von links). Sven Hoppe/dpa

Wegen Corona hatte es vor der Stichwahl keinen echten Wahlkampf gegeben. Die Pandemie spielte auch bei den ersten Reaktionen auf das Ergebnis eine Hauptrolle: „Ich möchte Dieter Reiter zum Wahlerfolg ausdrücklich gratulieren. Möge er unsere Stadt sicher und mit ruhiger Hand durch die stürmische Zeit, die noch vor uns liegt, lenken“, schrieb Kristina Frank in einer Nachwahl-Mitteilung, Versammlungen waren zu der Zeit wegen Kontakteinschränkungen nicht möglich.

Reiter erklärte: „Ich bin überwältigt von dem großen Vertrauen, das mir die Münchnerinnen und Münchner entgegengebracht haben. Das gibt viel Rückenwind für die nächste Amtsperiode. Jetzt geht es aber erst einmal darum, alle Kräfte in unserer Stadt zu bündeln, um in den nächsten Wochen die gewaltigen Herausforderungen der Corona-Krise zu bewältigen. Gemeinsam werden wir das meistern!“

2014: Dieter Reiter (SPD) gewinnt gegen Josef Schmid (CSU) – mit 56,7 zu 43,3 Prozent

2014 gilt noch eine Altersobergrenze von 66 Jahren für Oberbürgermeister. Christian Ude kann deswegen damals nicht mehr antreten. Der SPD-Politiker war 1993 zum OB gewählt und später dreimal wiedergewählt worden (1999 mit 61,2 Prozent, 2002 mit 64,5 und 2008 mit 66,8 Prozent). Als sein designierter Nachfolger trat Dieter Reiter an, für den sich zuvor 33 der 44 SPD-Ortsvereine ausgesprochen hatten.

Die Rivalen aus dem Jahr 2014: Josef Schmid (CSU), Sabine Nallinger (Grüne), Dieter Reiter (SPD) und Langzeit-OB Christian Ude (von links) bei einer Veranstaltung.
Die Rivalen aus dem Jahr 2014: Josef Schmid (CSU), Sabine Nallinger (Grüne), Dieter Reiter (SPD) und Langzeit-OB Christian Ude (von links) bei einer Veranstaltung. Stephan Rumpf

Im ersten Wahldurchgang kam Reiter mit 40,4 Prozent nicht annähernd an Ude-Werte, erreichte aber die Stichwahl. Sein Kontrahent war der CSU-Kandidat Josef Schmid. Sabine Nallinger von den Grünen erreicht als erste OB-Kandidatin der Partei 14,7 Prozent.

In der Stichwahl sammelte Reiter 56,7 Prozent der Stimmen – und damit deutlich mehr als Schmid, der auf 43,3 Prozent kam. In der Wahlanalyse schrieb die SZ: „Dieter Reiter gewinnt klar die Wahl zum Oberbürgermeister von München. Seine größte Herausforderung: Er muss eine Stadt regieren, in der allein sein Vorgänger die Schwäche der SPD überstrahlt hat.“

1984: Georg Kronawitter (SPD) gewinnt gegen Erich Kiesl (CSU) – mit 58,1 zu 41,9 Prozent

Georg Kronawitter (SPD, rechts) mit Erich Kiesl (CSU).
Georg Kronawitter (SPD, rechts) mit Erich Kiesl (CSU). Werek/Imago

Nach seiner Zeit als Oberbürgermeister von 1972 bis 1978 und der Niederlage von SPD-Kandidat Max von Heckel gegen den CSU-Kandidaten Erich Kiesl 1978 holte sich Georg Kronawitter das Amt in der Stichwahl 1984 zurück.

In der ersten Runde war er auf 48,2 Prozent der Stimmen gekommen, Kiesl auf 44,3 Prozent. Es war in München das einzige Mal nach 1945, dass ein amtierender Oberbürgermeister abgewählt wurde.

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SZ PlusVon René Hofmann

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