Politik in MünchenNeues Kultur-Bündnis will bei Stadtratswahl antreten

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Eine neue Wählergruppe will im März ins Münchner Rathaus einziehen: Das „Bündnis Kultur“ hat bereits Kandidaten aufgestellt.
Eine neue Wählergruppe will im März ins Münchner Rathaus einziehen: Das „Bündnis Kultur“ hat bereits Kandidaten aufgestellt. (Foto: Felix Hörhager/dpa)

Die Wählergruppe „Bündnis Kultur“ setzt die Schwerpunkte auf Kunst, Bildung und Soziales. Um zur Wahl zugelassen zu werden, fehlen aber unter anderem noch 1000 Unterschriften.

Von Yvonne Poppek

Ein neues Kultur-Bündnis will im März bei den Stadtratswahlen in München antreten und auch eine Kandidatin oder einen Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters ins Rennen schicken. Die Wählergruppe „Bündnis Kultur“ ist auf Initiative von Christiane Pfau und Kathrin Schäfer gegründet worden. Beide führen jeweils eine eigene Agentur für Kultur-Pressearbeit, Schäfer ist aktuell Pressesprecherin der städtischen Schauburg, Pfau ist zudem Herausgeberin des Münchner Feuilletons und Lehrbeauftragte am Theaterwissenschaftsinstitut der Ludwig-Maximilians-Universität. Die Schwerpunkte der neuen Gruppierung liegen auf Kunst, Bildung und Sozialem.

„Das Münchner Lebensgefühl ist von jeher geprägt von der Kultur in dieser Stadt. Leben und leben lassen: das ist die Prämisse“, heißt es in einer kurzen Vorstellung des Bündnisses. „Um diese Qualität zu sichern, will das Bündnis Kultur zur Kommunalwahl am 8. März 2026 antreten.“ Dazu will die Wählergruppe das Licht darauf richten, „was in den Diskussionen um Kunst, Bildung, soziale Versorgung, Wohnen und eine gesunde Umgebung fehlt“.

Christiane Pfau und Kathrin Schäfer (v. li.) haben das „Bündnis Kultur“ gegründet.
Christiane Pfau und Kathrin Schäfer (v. li.) haben das „Bündnis Kultur“ gegründet. (Foto: Armin Smailovic)

Neun Handlungsräume führt das Bündnis in einer ersten Beschreibung auf, etwa die Entwicklung neuer Finanzierungsmodelle zur Sicherung von Kunst, Bildung und Sozialem. Des Weiteren sollen bürgerschaftliches Engagement, Maßnahmen für Münchens Klimaresilienz, die Einführung eines Münchner-Dienst-an-der-Gesellschaft-Jahres und die Verbesserung der Barrierefreiheit unterstützt werden.

Die Gründung einer Wählergruppe, die den Schwerpunkt auf das Kulturleben der Stadt München setzt, kommt nicht von ungefähr. Die Sparrunden im städtischen Haushalt haben auch zu spürbaren Kürzungen im Kulturetat geführt. Schon im Herbst 2024 machten unter anderem Kammerspiel-Intendantin Barbara Mundel und Volkstheater-Intendant Christian Stückl deutlich, welchen Schaden sie befürchteten. Kurz darauf gründete sich ein interdisziplinäres Bündnis von Münchner Künstlern und Kulturinstitutionen, ein einmaliger Zusammenschluss in dieser Größenordnung in der Stadtgeschichte. „München ist Kultur“ hat das Ziel, stabile Strukturen für die Kulturszene zu schaffen.

Kurz vor den neuen Haushaltsrunden 2025 treibt die Institutionen, die Künstlerinnen und Künstler erneut die Sorge um, dass die nächste Sparrunde sie wieder beziehungsweise noch härter treffen könnte. Konkrete Zahlen liegen ihnen aber bislang nicht vor.

Mit diesen Entwicklungen im Hintergrund geht nun das „Bündnis Kultur“ an den Start. Um bei der Kommunalwahl mit einer eigenen Liste antreten zu können, muss das Bündnis zunächst verschiedene Voraussetzungen erfüllen. Eine ist das Abhalten einer öffentlichen Aufstellungsversammlung. Diese hat das Bündnis bereits hinter sich, eine Kandidatenliste wurde erstellt. Sollte hier formal alles korrekt verlaufen und sollten auch die weiteren Bedingungen erfüllt sein, muss das „Bündnis Kultur“ noch Unterstützerunterschriften von Münchner Wahlberechtigten sammeln. Dies muss im Zeitraum von Anfang Dezember bis Mitte Januar geschehen. Hierzu liegen Listen in den Münchner Bürgerbüros aus, in die sich mindestens 1000 Unterstützer eintragen müssen.

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