Energieversorgung:Brennstoffwechsel in Block 2

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Mit der Kohleverbrennung soll im Heizkraftwerk in Unterföhring bald Schluss sein. (Foto: Stephan Rumpf)

Das Heizkraftwerk Nord könnte im Sommer von Kohle- auf Gasbetrieb umgestellt werden - und dann deutlich seltener laufen.

Von Catherine Hoffmann

Block 2 des Heizkraftwerks Nord soll nun endlich von Kohle auf Gas umgestellt werden. Der Stadtrat hatte dem bereits im März 2022 zugestimmt. Doch die Umsetzung des Plans wurde verschoben, als der russische Angriffskrieg auf die Ukraine eine Energiekrise mit stark steigenden Preisen auslöste. Inzwischen hat sich die Versorgungslage auf dem Gasmarkt jedoch entspannt, sodass die Stadtwerke München (SWM) im Sommer während der üblichen Revisionszeit den Block auf einen Brennstoffwechsel vorbereiten könnten. Mit der Umstellung sollen die Ziele eines Bürgerentscheids aus dem Jahr 2017 umgesetzt werden; der CO₂-Ausstoß des Blocks soll demnach deutlich gesenkt werden. Einen Beschluss des Stadtrats zum weiteren Vorgehen gibt es bislang aber noch nicht.

Der Gasblock wird in den Wintermonaten zur Unterstützung der Fernwärmeversorgung benötigt. In diesen Monaten hoher Fernwärmelast ist der Block 2 den Stadtwerken zufolge auch im Erdgasbetrieb eine effiziente und wirtschaftliche Anlage. Außerhalb der Heizperiode wird der Einsatz des Block 2 jedoch deutlich zurückgehen, da andere Anlagen dann den Strom- und Fernwärmebedarf effizienter decken können. Aus heutiger Sicht gehen die SWM davon aus, dass der gasbefeuerte Block über das ganze Jahr gesehen deutlich seltener laufen wird als bisher und die CO₂-Emissionen damit zurückgehen werden.

Der CO₂-Ausstoß des Blocks beläuft sich nach der jüngsten Hochrechnung der SWM für die Jahre 2023 bis inklusive 2028 auf etwa 4,9 Millionen Tonnen und liegt damit um rund eine Million Tonnen niedriger als der technisch mögliche Kohlebetrieb. 2035 erreicht der Block sein Lebensende. Bis dahin wollen die SWM den Einsatz von Block 2 nach und nach reduzieren.

Eine Laufzeitbegrenzung für Gaskraftwerke, wie sie politisch immer wieder gefordert werde, sei aber kontraproduktiv, solange in Deutschland noch in großem Umfang Strom aus Stein- und Braunkohle erzeugt wird. Erst wenn der Kohleausstieg deutschlandweit erfolgt sei, sei es klimapolitisch sinnvoll, mit dem Gasausstieg in der Stromerzeugung zu beginnen.

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