Pläne für das OberwiesenfeldAus dem Knorr-Bremse-Areal wird eine „Lebenswerk-Stadt“

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Hohe Gebäude und ein stark durchgrüntes Quartier: Die Pläne für weitläufige Flächen auf dem ehemaligen Knorr-Bremse-Areal zielen auf eine nachhaltige „Lebenswerk-Stadt“ ab.
Hohe Gebäude und ein stark durchgrüntes Quartier: Die Pläne für weitläufige Flächen auf dem ehemaligen Knorr-Bremse-Areal zielen auf eine nachhaltige „Lebenswerk-Stadt“ ab. Opes Immobilien
  • Auf dem ehemaligen Knorr-Bremse-Areal am Oberwiesenfeld entsteht bis 2031 ein neues Stadtviertel mit 620 Wohnungen, Büros, Gewerbe und einem öffentlichen Park.
  • 40 Prozent der Wohnungen werden gefördert oder preisgedämpft sein, zusätzlich entstehen ein Pflegeheim, Kitas und 4500 Arbeitsplätze in Büros.
  • Die Zwischennutzung "Lucky Star" mit Kultur- und Freizeitangeboten muss voraussichtlich Mitte 2027 weichen, könnte aber teilweise auf kleinerer Fläche weiterbestehen.
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Wo sich derzeit noch Kultur- und Freizeitangebote unter dem Titel „Lucky Star“ befinden, wird ein nachhaltiges Wohnviertel entstehen – mit 620 Wohnungen, Büros, Gewerbe und Gastronomie. Ein Projekt ist der Politik und den Menschen im Viertel besonders wichtig.

Von Patrik Stäbler und Sebastian Krass

Ein Stern wird erlöschen, doch an seiner statt soll etwas Neues mit Strahlkraft entstehen. So lassen sich, etwas poetisch, die Pläne für Flächen des früheren Betriebsgeländes von Knorr-Bremse am Oberwiesenfeld zusammenfassen. Dort ist aktuell eine Zwischennutzung mit Kultur- und Freizeitangeboten namens „Lucky Star“ (Deutsch: Glücksstern) beheimatet, und zwar entlang einer begehbaren Sternenskulptur. Sie wird nun voraussichtlich Mitte 2027 weichen müssen.

Dann beginnt auf dem gut fünf Hektar großen Areal nördlich des Olympiaparks der Bau eines neuen Stadtviertels mit 620 Wohnungen, Büros, Gewerbeflächen, Gastronomie, Kitas, einem Pflegeheim und einem öffentlichen Park. Den zugehörigen Bebauungsplan hat der Planungsausschuss des Stadtrats nun einstimmig erlassen.

„Es entsteht ein schönes Wohnviertel auf einer bisher versiegelten Fläche“, lobte Florian Schönemann (Grüne). Ebenfalls positiv äußerte sich seine Ausschusskollegin Heike Kainz von der CSU: „Wir sind auch sehr einverstanden, dass dieses Projekt zum Abschluss kommt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.“ Bauherr ist das Unternehmen Opes Immobilien, in dem die Erben des Knorr-Mehrheitseigners und Lufthansa-Großaktionärs Heinz Hermann Thiele ihre Immobilienaktivitäten gebündelt haben. Geschäftsführer Jürgen Büllesbach spricht mit Blick auf „Das Anders Quartier“, wie seine Firma das Projekt nennt, von einer „Lebenswerk-Stadt, die offen ist für Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensentwürfen, in verschiedenen Lebensphasen und mit unterschiedlichem Einkommen“.

Ganze 40 Prozent der Wohnungen werden nach den Vorgaben der Sozialgerechten Bodennutzung gefördert oder preisgedämpft sein. Neben 500 Mietwohnungen für 1200 Menschen, die Opes Immobilien wie alle Gebäude langfristig im Bestand halten will, sollen weitere 120 Wohneinheiten für besondere Personengruppen entstehen, etwa Studierende, Auszubildende und ältere Menschen. Hinzu kommen Büros mit 4500 Arbeitsplätzen, zwei Kindertagesstätten und ein vollstationäres Pflegeheim, das sowohl ihrer SPD als auch dem örtlichen Bezirksausschuss „sehr wichtig“ gewesen sei, sagt Stadträtin Simone Burger. Laut Angaben aus dem Rathaus sollen nutzbare private Freiflächen, Gemeinschaftsdachgärten und ein öffentlicher Park als Herzstück des Quartiers deutlich mehr Grün in das bisher stark versiegelte frühere Industriegelände bringen.

An den Planungen für das Viertel waren Opes Immobilien zufolge die Architekturbüros Henn, Ingenhoven, Henning Larsen und Müller Reimann beteiligt. Ein fast 90 Meter hohes Gebäude an der Ecke Moosacher Straße/Am Oberwiesenfeld soll zusammen mit dem Hochhaus vis-à-vis den Eingang ins Quartier bilden.

Opes Immobilien

Hinter den bestehenden Häusern an der Moosacher Straße ist ein Park geplant; nördlich davon folgen eine Blockbebauung und drei 54 Meter hohe Einzelgebäude. Im Gespräch ist zudem eine neue Quartiersmitte mit Gastronomie und Ladenflächen.

Das denkmalgeschützte Verwaltungsgebäude von Knorr-Bremse bleibt derweil unverändert erhalten.

Vorne im Bild: die bereits bestehenden Häuser an der Moosacher Straße, schräg links dahinter das denkmalgeschützte Verwaltungsgebäude.
Vorne im Bild: die bereits bestehenden Häuser an der Moosacher Straße, schräg links dahinter das denkmalgeschützte Verwaltungsgebäude. Opes Immobilien

„Als eines der ersten großen Stadtquartiere Münchens“, so Opes Immobilien, werde das neue Viertel auf fossile Energie verzichten. Heizen und Kühlen erfolgen demnach CO₂-neutral über Grundwasser, Photovoltaik und Ökostrom. Beim Bau sollen überwiegend recycelbare oder nachwachsende Materialien verwendet werden.

Hinsichtlich der Mobilität im Quartier werde man Fußgängern, Radfahrern und dem öffentlichen Nahverkehr den Vorrang vor Autos geben, heißt es seitens des Bauherrn. Die Anbindung an den ÖPNV erfolgt vor allem über den U-Bahnhof Oberwiesenfeld. Von dort gelangt man seit dem vorigen Jahr auch zum „Lucky Star“, hinter dem der Zwischennutzungspionier Michi Kern steht.

Derzeit wird das Areal vom Zwischennutzungsprojekt „Lucky Star“ belegt.
Derzeit wird das Areal vom Zwischennutzungsprojekt „Lucky Star“ belegt. Philip Heuhserer
Der fünfstrahlige begehbare Stern wird für weitere Sportangebote ausgebaut.
Der fünfstrahlige begehbare Stern wird für weitere Sportangebote ausgebaut. Philip Heuhserer

Entlang des fünfzackigen Sterns, den das Rotterdamer Architekturbüro MVRDV entwickelt hat, kann aktuell etwa Padel- und Pickleball gespielt werden. Weitere Sportangebote wie Beachvolleyball, Basketball und Fußball sollen dieses Jahr hinzukommen; überdies seien Musikfestivals und eine Gastronomie geplant. Laut Opes Immobilien muss der „Lucky Star“ nicht zwangsläufig komplett verschwinden, wenn es 2027 mit den Arbeiten am neuen Quartier losgeht. Schließlich werde dieses bis zur anvisierten Fertigstellung 2031 in mehreren Bauphasen entstehen. Insofern könne die Zwischennutzung womöglich auch über das kommende Jahr hinaus auf einer kleineren Fläche weiterbestehen.

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