Krankenhäuser München Klinik investiert 50 Millionen Euro in neue Technik

Die Chefärztin der Radiologie in Neuperlach, Andrea Rieber-Brambs, freut sich über das brandneue MRT-Gerät.

(Foto: Klaus Krischock)
  • Um die diagnostische Medizintechnik zu modernisieren, hat die München Klinik im vergangenen Jahr eine Innovationspartnerschaft mit Philips vereinbart.
  • Diesen Monat hat die München Klinik in Neuperlach ein neues, hochmodernes MRT-Gerät erhalten.
  • Diagnosen sollen schneller erstellt werden und die Wartezeiten sollen sich verringern.
Von Inga Rahmsdorf

Es ist laut und eng für Patienten, wenn sie in einer MRT-Röhre untersucht werden. Angenehm ist das nicht, doch die Geräte der Magnetresonanztomographie sind wichtig für medizinische Diagnosen. Mit ihrer Hilfe können Ärzte zwei- und dreidimensionale Bilder vom Körperinneren aufnehmen, vor allem bei Tumorerkrankungen, Entzündungen oder Unfällen. Diesen Monat hat die München Klinik in Neuperlach ein neues, hochmodernes MRT-Gerät erhalten. Das Besondere daran ist, dass es schneller arbeitet als bisherige Modelle. Die Untersuchungszeit für den Patienten könne um die Hälfte verringert werden, verspricht der Hersteller Philips. Ein MRT-Scan dauert bisher durchschnittlich etwa 30 Minuten, gerade für ältere und körperlich eingeschränkte Patienten oder Kinder kann das belastend sein.

"Es freut uns sehr, dass wir diese Situation nun so schonend und komfortabel wie in der modernen Medizin möglich gestalten können", sagt Andrea Rieber-Brambs, Chefärztin der Radiologie in der München Klinik Neuperlach. Zudem verbraucht das neue MRT-Gerät statt bisher 1500 Litern Helium zur Kühlung nur noch sieben Liter. Dank des deutlich geringeren Verbrauchs sei die Maschine schonender für die Umwelt und zuverlässiger im Betrieb, verspricht der Hersteller. Zudem liefere sie eine exzellente Bildqualität. Das Gerät, das "Ingenia Ambition X 1.5T" heißt, sei bisher einmalig in Deutschland. In ganz Europa gebe es das Modell bisher nur einziges Mal, nämlich in der Schweiz - und jetzt eben in München, erklärt Raphael Diecke, Sprecher der München Klinik.

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Die neue Anlage wird derzeit noch in der Klinik aufgebaut und soll in den kommenden Wochen in Betrieb gehen, um Scans von Gehirnen, inneren Organen sowie Muskeln, Sehnen, Bändern, Knorpeln und Blutgefäßen aufzunehmen. In Neuperlach werden jährlich derzeit etwa 3500 Patienten mit einer Magnetresonanztomographie untersucht, die meisten davon im Bauchraum. Das neue MRT ist eines von mehr als 200 Geräten, die das städtische Klinikum innerhalb von acht Jahren auswechseln oder neu anschaffen will. Um die diagnostische Medizintechnik zu modernisieren, hat die Klinik im vergangenen Jahr eine Innovationspartnerschaft mit Philips vereinbart. Ziel der Partnerschaft sei es, die Qualität und Effizienz der Behandlungsprozesse und der Medizintechnik zu steigern, sagt Axel Fischer, Chef der München Klinik. Insgesamt 50 Millionen Euro gibt das städtische Unternehmen für die Modernisierung der Medizintechnik aus.

Der Vorteil einer Partnerschaft sei, dass der Prozess schneller und reibungsloser ablaufe, als wenn jedes Gerät neu und einzeln ausgeschrieben werde, erklärt Diecke. Zudem soll künftig nicht mehr an jedem Standort in München ein anderes Gerät von unterschiedlichen Herstellern stehen. Stattdessen sollen einheitliche Geräte die Handhabung erleichtern. Erfahrungen könnten so auch auf andere Standorte übertragen und gemeinsame Schulungen durchgeführt werden.

Dass sich die städtische München Klinik damit abhängig mache von dem privaten Unternehmen, weist Diecke zurück: "Wir haben keine Exklusivpartnerschaft", betont der Sprecher, "wir bestimmen, wann und was ausgewechselt wird." Außerdem würden beide Seiten von der Zusammenarbeit profitieren, denn die Münchner Ärzte könnten dem niederländischen Konzern Rückmeldungen geben, wo sie Verbesserungsbedarf sehen, um die Technologie zu optimieren.

Das neue MRT ist nicht das erste Projekt der Innovationspartnerschaft. Die ersten Geräte wurden bereits im vergangenen August installiert. Seitdem hat die Klinik ein neues Herzkatheter-Labor sowie ein Computertomografie-Gerät (CTG) in Bogenhausen in Betrieb genommen und zwei digitale Röntgenarbeitsplätze in Neuper- lach. Verteilt über alle Standorte wurden zudem elf digitale Röntgensysteme, vier chirurgische C-Bögen - ein bildgebendes Medizingerät, das auf Röntgentechnologie basiert - und etwa 40 Ultraschall-Systeme neu eingebaut. Die neuen Geräte sowie eine einheitliche Software in allen Häusern der München Klinik sollen eine schnellere Diagnostik, weniger Folgeuntersuchungen und damit kürzere Wartezeiten für die Patienten ermöglichen.

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