Krankenhaus HarlachingEin Klinik-Neubau für den Münchner Süden

Lesezeit: 4 Min.

Auch wenn noch nicht alles ganz fertig ist: Die neue München Klinik Harlaching ist offiziell eingeweiht worden. Jetzt steht im Juni nur noch der Umzug an - vom alten Klinikgebäude in das neue.
Auch wenn noch nicht alles ganz fertig ist: Die neue München Klinik Harlaching ist offiziell eingeweiht worden. Jetzt steht im Juni nur noch der Umzug an - vom alten Klinikgebäude in das neue. Johannes Simon
  • Nach fünf Jahren Bauzeit ist die neue München Klinik Harlaching am Mittwoch offiziell eingeweiht worden.
  • Das neue Krankenhaus bietet auf 60 000 Quadratmetern fünf Stockwerke mit modernsten OP-Sälen, 550 Betten und kurzen Wegen zwischen den Abteilungen.
  • Am 9. und 10. Juni steht der Umzug vom alten in das neue Gebäude während des laufenden Betriebs an.
Von der Redaktion überprüft

Diese Zusammenfassung wurde mit der Unterstützung einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt. Lesen Sie mehr über unseren Umgang mit KI.

Fanden Sie diese Zusammenfassung hilfreich?
Mehr Feedback geben

Hunderte Millionen Euro wurden investiert, nun ist der Neubau der Klinik Harlaching eingeweiht worden. Bei der Feier ist die Rede von einem „Meilenstein“ und einem „historischen Moment“. Eine Herausforderung steht aber noch an.

Von Nicole Graner

SZ bei Google bevorzugen

Die erste Planung für einen Neubau des Krankenhauses Harlaching gab es schon im Jahr 1998. Erst viele Jahre später folgten 2020 die ersten Baumaßnahmen für eine neue Klinik im Münchner Süden. 295 Millionen Euro haben der Freistaat Bayern und die Landeshauptstadt München investiert. Nach fünf Jahren Bauzeit ist nun aus der Planung Wirklichkeit geworden. Am Mittwochvormittag ist die neue München Klinik Harlaching offiziell eingeweiht worden: mit vielen Gästen, vielen strahlenden Gesichtern und mit vielen guten Wünschen.

Superlative. Damit sparen alle Redner in ihren Grußworten nicht. Schließlich, so sind sich alle einig, passiere es nicht jeden Tag, dass ein neues Krankenhaus eingeweiht werden könne. In Bayern ist es in diesem Jahr das einzige.

Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) spricht bei ihrem ersten offiziellen Termin nach ihrer Wiederwahl zur dritten Bürgermeisterin von einem „Meilenstein“ und von einem „sehr besonderen Moment“. Von klaren Zielen, die alle Beteiligten gehabt hätten, damit ein solcher Neubau für die „beste Medizin“ habe entstehen können. Und sie blickt zurück in das Jahr 1967. Da war die alte Harlachinger Klinik gerade mal zwei Jahre alt und schon innovativ. Damals sei die Kinderklinik in Harlaching die erste Klinik in Deutschland gewesen, die Mutter und Kind aufgenommen habe.

„Sehr viel Geld“ habe der Neubau gekostet, sagt Judith Gerlach (CSU), Bayerns Gesundheitsministerin. Aber genau das müsse man sich auch leisten, um den hohen Anspruch an eine moderne Medizin zu erfüllen, betont sie. Sie kritisiert Berlins „starre Muster“ in der aktuellen Krankenhausreform, die den Krankenhäusern nicht noch mehr Sparzwänge auferlegen könne. Und sie lobt den Mut, dass die München Klinik notwendige Umstrukturierungen „bereits vor der Krankenhausreform umgesetzt habe“. Die neue München Klinik Harlaching sei das beste Beispiel.

Gesundheit kostet - aber in Krankenhäuser in Bayern zu investieren, sei für ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem wichtig, sagt Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach.
Gesundheit kostet - aber in Krankenhäuser in Bayern zu investieren, sei für ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem wichtig, sagt Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach. Johannes Simon

Auch Münchens Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek (SPD) sagt: „Diese Einweihung heute – das ist ein großer, historischer Moment“. München-Klinik-Geschäftsführer Götz Brodermann erklärt, er sei stolz auf eine Leistung, die alle Teams in der München Klinik Harlaching mitgetragen hätten, stolz auf die vielen Spender, die so vieles möglich gemacht hätten. Ihm und dem kaufmännischen Geschäftsführer Tim Guderjahn ist die Freude über den Neubau an diesem Tag anzusehen.

Die fünf Jahre Bauzeit hätten es auch in sich gehabt, sagt Armin Niklas, Geschäftsführer der München Klinik Bau Projektgesellschaft. Da war Corona, da waren Lieferengpässe. Und auch Baustellen-Diebstahl und Baustellen-Sabotagen seien im Spiel gewesen. „Etwa wurde einfach ein Wasserhahn aufgedreht, der Schlauch daran platzte ab“, sagt Niklas. Zum Glück habe man es rechtzeitig entdeckt, bevor ein größerer Schaden entstanden sei.

Bei der Beschreibung der Größe des neuen Areals mit seinen 60 000 Quadratmetern bedient sich die München Klinik gerne eines Vergleichs: so groß wie neun Fußballfelder. Die Nutzfläche ist 31 000 Quadratmeter – also ein paar Fußballfelder weniger. Es gibt fünf Geschosse mit viel Platz für modernste und große OP-Säle, für 550 Betten und teilstationäre Plätze. Verbaut wurden für das Fundament 80 000 Tonnen Stahlbeton, 2936 Türen wurden in 1800 Räumen eingesetzt, 995 000 Meter Starkstromkabel verlegt.

Fünf Stockwerke modernste Medizin. Die Allgemeinstation, Chirurgie und Neurologie befinden sich in der fünften Etage. Wie auch eine Kurzliegestation für Patienten mit kurzer Aufenthaltsdauer. Die psychosomatische Versorgung mit Tagesklinik ist in der vierten, die palliative Versorgung in der dritten Etage. Hier ist eine sehr würdevolle Station entstanden mit 18 Betten und einer großen Außenterrasse. Operative und internistische Intensivstationen, die Stroke Unit oder der große Zentral-OP mit fünf OP-Sälen liegen im zweiten Stock, der erste ist der Kardiologie und der neuen Frauenklinik mit Geburtshilfe vorbehalten.

Frauengesundheit
:Eine neue Klinik für Münchner Babys

Es ist der größte Krankenhausneubau Bayerns, der im Juni in Harlaching in Betrieb gehen soll. Bei einem Aktionstag erfahren werdende Eltern, was sie dort erwartet. Eine Frage wird immer wieder gestellt.

Von Nicole Graner

„Es ist auch eine Klinik der kurzen Wege“, sagt Hans Perschneck. Vieles sei jetzt einfacher und schneller zu lösen. Der Leiter der OP-Pflege freut sich auch, dass jetzt alles neu ist. „Unser alter OP war 61 Jahre alt.“ Dass das Team jetzt bald in neuen Räumen arbeiten könne, motiviere sehr. Jetzt müsse nur noch der Umzug klappen, sagt der 39-Jährige.

Am 9. und 10. Juni ist es so weit. Da zieht die Klinik an zwei Tagen und während des laufenden Betriebs vom alten in das neue Gebäude um. Geprobt habe man schon viel, sagt Perschneck. Zwei OP-Testdurchläufe habe es gegeben. Damit alles klappe in diesen Umzugstagen.

Was bedeuten Zahlen und Superlative? In diesem neuen Haus geht es vor allem um die Menschen. Die Ärzte und die Pflegenden. Und die Patienten, die Schutz, Gesundheit und Geborgenheit suchen. Sie sind es dann auch, die an diesem Einweihungstag auf der kleinen Bühne im Foyer ihre Wünsche für das neue Haus aussprechen. Das sind Mitarbeiter aus den Bau- und Inbetriebnahmeteams aus Medizin und Pflege und ehemalige Patientinnen und Patienten.

Wie Sandy Hanke. Sie hat wegen einer schweren Krebserkrankung erst vor ein paar Monaten ihren Mann verloren. Ihr ist es trotz des Schmerzes ein Bedürfnis, Danke zu sagen. „Mein Mann hat hier seine letzten Wochen verbracht und ich habe erlebt, wie viel Mitgefühl, Fürsorge und echtes Dasein bedeuten“, sagt sie mit leiser, aber fester Stimme. Sie wünscht sich, dass „dieser Geist erhalten bleibt“.

Sila und ihre Mama Jessica wünschen sich, dass es in der neuen Klinik Harlaching weiterhin so gute Menschen gibt, die helfen. Sila ist zweieinhalb und kam mit 310 Gramm im Klinikum Harlaching auf die Welt.
Sila und ihre Mama Jessica wünschen sich, dass es in der neuen Klinik Harlaching weiterhin so gute Menschen gibt, die helfen. Sila ist zweieinhalb und kam mit 310 Gramm im Klinikum Harlaching auf die Welt. Johannes Simon

Und da sind die Eltern von Sila, dem winzigen Frühchen, das am 13. September 2023 mit 310 Gramm auf die Welt gekommen ist. Sila läuft Hand in Hand mit ihrem älteren Bruder auf die Bühne. Mutter Jessica sagt: „Wir sind dankbar für die Schwestern und Ärzte, die immer ihr Bestes gegeben haben für unser Kind.“ Sie wünscht sich, dass es „immer so gute Menschen“ gebe wie in der München Klinik Harlaching. Silas kleine Pferdeschwänzchen wackeln, als sie in die Hände klatscht.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Ex-Sportmoderator mit Alzheimer
:„Ich vermisse mich“

In seinem Buch erzählt Ex-Moderator Jo Failer, wie es ist, mit 51 die Diagnose Alzheimer zu bekommen. Bei seiner Lesung in München gibt er einzigartige Einblicke in sein Erleben der Krankheit.

SZ PlusVon Johanna Feckl

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: