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München Klinik:Was am Klinikum Bogenhausen geplant ist

Geplanter Anbau des Klinikums in Bogenhausen

So soll es einmal aussehen: Das bestehende Klinikgebäude wird nach Osten hin um einen Komplex erweitert.

(Foto: Stadt München (Visualisierung))

Das Krankenhaus bekommt einen 13 000 Quadratmeter großen Anbau - unter anderem mit einem zentralen Operationsbereich und einem eigenem Mitarbeiterrestaurant.

Von Ekaterina Kel

Unter den Mitarbeitern hat der geplante Erweiterungsbau der München Klinik in Bogenhausen schon einen Spitznamen bekommen: Sie nennen ihn den "fünften Finger". Er wird an der Ostseite des großen Krankenhausbaus, der vier querstehende Gebäude miteinander verbindet, angebracht. Passend zu den bestehenden bildet er dann einen fünften Querbau. Dadurch geht zwar die Symmetrie verloren. Aber das war es auch schon mit den Minuspunkten aus Sicht der Klinikleitung und auch der Geldgeber - Stadt und Land sind mit insgesamt fast 400 Millionen Euro dabei. Sie versprechen sich vom Anbau einen großen Schritt Richtung moderne Medizin in München. Entworfen hat ihn das Archtekturbüro "Ludes Architekten Ingenieure GmbH" aus Recklinghausen.

Bis 2023, so sieht es die Planung heute vor, soll an der Englschalkinger Straße ein Flaggschiff der städtischen München Klinik entstehen. Vertreter von Politik und Klinik haben am Donnerstag in einer Zeremonie den ersten Grundstein des sechsgeschossigen Baus gelegt. Es ist das größte Bauprojekt der München Klinik in einer Reihe von anderen Baumaßnahmen, die das Unternehmen langfristig moderner und effizienter machen sollen.

Kernstück des neuen Baus mit 13 000 Quadratmeter Nutzfläche wird ein großer zentraler Operationsbereich samt eigenem Mitarbeiterrestaurant sein, wo mehrere OP-Säle in unmittelbarer Nähe entstehen sollen und mit moderner Technik ausgestattet werden. Außerdem sind dort erweiterte Intensivkapazitäten geplant sowie weitere Plätze für die sogenannte Intermediate Care (IMC). Der Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie, Johannes Bodner, freut sich über den Neubau, der gerade die Arbeit der Chirurgie und der Intensivmedizin verbessern soll. "Möge die Bauphase planmäßig und ohne Unfälle verlaufen", sagt Bodner. Es ist einer von vier Wünschen, den er mit Kollegen der Bogenhausener Klinik auf orangefarbene Zettel geschrieben hat und die nun zusammengerollt in eine Einlassung im Grundstein des Anbaus eingeworfen werden.

Vielleicht finde er noch eine schöne Stelle, wo der Stein später noch sichtbar sein könnte, meinte der Bauleiter Michael Bergmann-Mitzel anschließend. Zunächst werde der Grundstein jedoch "seitlich gelagert", bis er in den kommenden Monaten in die Bauplatte eingelassen werde.

Seit Februar 2018 laufen hier die Vorbereitungen für die Großbaustelle, die im Moment noch wie ein riesiger Krater aussieht. 25 000 Kubikmeter Erde wurden nach Angaben der München Klinik abgetragen. Der Spatenstich war im Juli 2019, die Grundsteinlegung sollte im Frühjahr dieses Jahres stattfinden - doch die Corona-Pandemie funkte auch diesen Plänen dazwischen. Mittlerweile ist aber bereits die Energieversorgung für das große Krankenhaus anders organisiert worden. Statt einem großen Bau ist sie jetzt dezentral übers ganze Krankenhaus verteilt und vernetzt - als nächster Schritt wird das alte Energieversorgungsgebäude abgerissen, um Platz für den fünften "Finger" zu machen.

Nach dem Anbau geht es mit den Arbeiten in Bogenhausen noch weiter: Der bestehende Bau des Krankenhauses wird nach und nach saniert, um Platz für Abteilungen zu schaffen, die aus dem Standort Schwabing hierher verlagert werden. Es ist ein umfassender und vor allem ambitionierter Plan. Denn: Zu jeder Zeit sollen hier die Patienten weiterhin in vollem Umfang versorgt werden.

© SZ vom 09.10.2020/syn
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