Umweltschutz:München geht Klimawette ein

Umweltschutz: Topp, die Wette gilt: Bürgermeisterin Katrin Habenschaden trifft auf Klimaaktivist Michael Bilharz, der für CO₂-Einsparungen wirbt.

Topp, die Wette gilt: Bürgermeisterin Katrin Habenschaden trifft auf Klimaaktivist Michael Bilharz, der für CO₂-Einsparungen wirbt.

(Foto: Stephan Rumpf)

Die Stadt will massiv CO₂ einsparen - zusätzlich zu den ohnehin schon gesteckten Zielen. Gestellt hat die Herausforderung ein radelnder Aktivist.

Von Thomas Anlauf

Die Klimawette gilt: Bürgermeisterin Katrin Habenschaden (Grüne) hat am Samstag die Herausforderung für die Stadt München angenommen, bis zur Weltklimakonferenz Anfang November 22 263 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen zusätzlich einzusparen. München nehme die Wette "sehr gerne an", sagte Habenschaden zu Michael Bilharz bei einer Klimakundgebung auf dem Marienplatz.

Der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler Bilharz, der beim Umweltbundesamt vor allem im Bereich nachhaltiger Konsum arbeitet, hat am Samstagnachmittag auf seiner Klimawette-Sommertour in München Station gemacht. Er versucht mit seiner 6000 Kilometer langen Tour mit dem Lastenfahrrad durch sämtliche Bundesländer möglichst viele Kommunen und Privatpersonen davon zu überzeugen, mehr Energie zu sparen. Bis 1. November sollen bundesweit eine Million Tonnen CO₂ eingespart werden.

"Wir spüren den Klimawandel in München am eigenen Leib", sagte Bürgermeisterin Habenschaden. Die Stadt stehe vor großen Herausforderungen, um die gesteckten Ziele in den kommenden Jahren auch zu erreichen. Denn die Stadtverwaltung soll bis 2030 klimaneutral sein, ganz München spätestens im Jahr 2035.

Aktuell gelte es, die Verkehrswende voranzubringen und die Versorgung mit Erneuerbaren Energien. Da habe München durch die Geothermie einen Standortvorteil gegenüber anderen Städten. Gleichzeitig habe die Großstadt natürlich auch eine besondere Verantwortung: "Städte verursachen 80 Prozent aller Emissionen", sagte die Grünen-Politikerin. Eine große Aufgabe sei es auch, die Gebäude in der Stadt umweltfreundlicher und möglichst klimaneutral zu bauen oder umzubauen. Schließlich brauche es eine Wende zur Kreislaufwirtschaft, aber auch bei den Menschen in der Stadt einen nachhaltigeren Lebensstil. "In der Summe der vielen kleinen Handlungen wird uns das große Ganze gelingen", sagte Habenschaden.

Das solle nicht mit erhobenem Zeigefinger und Verzicht geschehen, "sondern es soll zu einem guten Leben führen". Es sei gar nicht so schwer, sich im Klimaschutz zu engagieren. "Und Energiesparen hat noch niemandem weh getan." Deshalb nehme sie im Namen der Stadt auch "sehr gerne die Wette an".

Klimaaktivist Michael Bilharz ist seit dem 23. Juni in Deutschland unterwegs und hat bereits zahlreiche Städte überzeugt, die Klimawette zu wagen. München sei für den gebürtigen Badener, der in München zeitweise an der LMU und dann an der TU als wissenschaftlicher Mitarbeiter gearbeitet hat, "das erste Highlight" auf seiner Tour. An der Fröttmaninger Arena sei er von Unterstützern auf Rädern bis zum Marienplatz eskortiert worden - auch von der Münchner Polizei. "Klimaschutz scheint in München Vorfahrt zu haben", sagte der 49-Jährige.

Bis 3. Oktober will er in allen Bundesländern Station gemacht haben, am Ende der Tour wird er 6000 Kilometer geradelt sein - vorn im Lastenrad immer eine große schwarze Tonne, auf der "CO₂" gesprayt ist. Die Tonne kickten Bilharz und Habenschaden kurzerhand um. Damit soll jeder aufgefordert werden, CO₂ zu sparen, um die weitere Erderwärmung doch noch aufzuhalten.

© SZ vom 12.07.2021/amm
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