Klimaschutz-AktionMünchner spenden 70 000 Euro für Bäume – Stadt kann wohl nur einen dafür pflanzen

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Im Sommer stellten Oberbürgermeister Dieter Reiter und Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer eine Baumspenden-Kampagne für die Innenstadt vor.
Im Sommer stellten Oberbürgermeister Dieter Reiter und Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer eine Baumspenden-Kampagne für die Innenstadt vor. Robert Haas
  • Oberbürgermeister Dieter Reiter bat die Münchner im vergangenen Sommer um Spenden für 150 zusätzliche Bäume in der Altstadt.
  • Innerhalb von fünf Monaten gingen 68 900 Euro ein, was für etwa einen Baum reicht.
  • Trotzdem sollen die ersten sechs Bäume voraussichtlich im Herbst in der Sendlinger Straße gepflanzt werden.
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Im Sommer bat der Oberbürgermeister die Münchner um Geld für neue Bäume in der Altstadt.

Von Bernd Kastner

Es kommt nicht alle Tage vor, dass der Münchner Oberbürgermeister auf die Straße geht und die Münchner um Geld bittet. Im vergangenen Jahr geschah genau das. Dieter Reiter stellte sich Ende August in die Fußgängerzone, erklärte den eingeladenen Medienleuten, dass Bäume sehr wichtig seien für die Innenstadt, insbesondere für die Fußgängerzone, insbesondere im Sommer. Sie spenden Schatten, unter ihren Blättern lässt es sich in der Hitze besser aushalten. Deshalb wolle die Stadt 150 zusätzliche Bäume in der Altstadt pflanzen, möglichst rasch. Und weil das alles so teuer sei und die Stadt knapp bei Kasse, bat Reiter seine Münchnerinnen und Münchner um eine milde Gabe: „Spenden Sie Schatten!“, appelliert der OB.

Mit diesem Einsatz wollte der Oberbürgermeister den Kampf für Klima-Resilienz zu einer Gemeinschaftsaufgabe machen. Knapp fünf Monate später ergibt ein aktueller Blick aufs städtische Konto laut Baureferat, das Pflanzen und Geld koordiniert: 68 900 Euro Spenden.

Wie viel Baum kriegt man dafür? Die Frage beantwortet das Baureferat nur indirekt: Die „standortgenaue Kostenermittlung für die Pflanzung möglicher neuer Baumstandorte in der Altstadt“ sei noch nicht abgeschlossen. Was man aber wisse: „Planung und Baudurchführung“ seien komplex, große Baumgrube ausheben, Wurzeln schützen, Baum pflegen. Man müsse mit Kosten pro Baum „im mittleren bis hohen fünfstelligen“ Bereich rechnen.

Das heißt übersetzt: Die Münchner haben bisher ziemlich genau einen Baum und damit einen Schatten gespendet. Ist Jeanne-Marie Ehbauer, als Baureferentin automatisch auch Baumreferentin, die mit dem OB um Spenden bat, zufrieden? Wieder bleibt eine konkrete Antwort aus, eine Sprecherin teilt mit: „Jedem Spender und jeder Spenderin gilt ein großer Dank.“ Der Aufruf habe dazu beigetragen, „das Bewusstsein zu stärken für die Bedeutung von Baumpflanzungen als wirkungsvolle Maßnahme der erforderlichen Klimaanpassung Münchens“. Das klingt, als sei Ehbauer noch nicht wirklich glücklich mit den Schattenspenden.

Umgerechnet auf die 1 612 429 Münchner hat jeder einzelne, theoretisch und durchschnittlich, vier Cent gegeben. Was heißt das für die geplante Pflanzaktion, die einige Millionen kosten dürfte?

Als Erstes sollen sechs Bäume in der Sendlinger Straße gepflanzt werden

Die Spenden dienten lediglich „als flankierende Unterstützung“, teilt eine Sprecherin des Baureferats mit. Wie viel Geld ihr Haus für die Schatten in der Fußgängerzone ausgeben darf, bestimme der Stadtrat. Offenbar geht man im Baureferat weiterhin von ausreichend Geld aus. Beginnen wolle man mit dem Pflanzen „voraussichtlich“ im Herbst dieses Jahres. Als Erstes sollen sechs Bäume in der Sendlinger Straße eingesetzt werden, 2027 sollen dann weitere folgen: am Frauenplatz, am Petersplatz, in der Dienerstraße und am Marienplatz.

Und der OB? Ist er zufrieden mit der Resonanz auf seinen Spendenappell? Wird er seinen Aufruf erneuern? Seine Sprecherin teilt mit, dass Dieter Reiter dies nicht kommentieren wolle.  Seine Bitte um Bürgergeld ist weiter online: www.schatten-spenden-muenchen.de.

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