Klassische KonzerteDie Münchner Klassik im Jahresendspurt

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Prominente Lebkuchensterne-Verkäufer für einen guten Zweck: Ob Schauspieler Florian David Fitz und Tenor Jonas Kaufmann jetzt wieder mit Backwerk unterwegs sein werden wie 2017? Jedenfalls wird Kaufmann beim BMW Benefiz-Adventskonzert am 16. Dezember im Herkulessaal auf der Bühne stehen.
Prominente Lebkuchensterne-Verkäufer für einen guten Zweck: Ob Schauspieler Florian David Fitz und Tenor Jonas Kaufmann jetzt wieder mit Backwerk unterwegs sein werden wie 2017? Jedenfalls wird Kaufmann beim BMW Benefiz-Adventskonzert am 16. Dezember im Herkulessaal auf der Bühne stehen. (Foto: Stephan Rumpf)

José Carreras und Jonas Kaufmann singen beim 30. BMW Advents-Benefizkonzert im Herkulessaal, in der Isarphilharmonie gibt es Lahav Shani und die Philharmoniker. Die Münchner Symphoniker geleiten beschwingt in die Silvesternacht.

Von Jutta Czeguhn

José Carreras, Jonas Kaufmann, Diana Damrau, das Bayerische Staatsorchester unter seinem Dirigenten Vladimir Jurowski, der Kinderchor der Bayerischen Staatsoper. Musik von Johann Sebastian Bach, ein Potpourri aus Humperdincks „Hänsel und Gretel“, Ausschnitte aus Tschaikowskys Ballettmusik „Der Nussknacker“, Richard Strauss’ „Wiegenlied“ und dann Adolphe Adams „Minuit, chrétiens“. Man muss wirklich kein Prophet sein: Ein Konzert mit dieser Besetzung, mit diesem Programm ist längst ausverkauft.

Wer sich an diesem 16. Dezember also ohne Karte aufmacht, um beim 30. BMW Advents-Benefizkonzert dabei zu sein, wird sehr, sehr wahrscheinlich um 19 Uhr nicht drinnen im Herkulessaal sitzen. Eine kleine Hoffnung: Man kann sich auf eine Warteliste setzen lassen (Mail an konzert@damego.de). Soweit die schlechte Nachricht, doch es gibt auch eine gute: Für alle, die nicht vor Ort dabei sein können, bieten die Veranstalter einen kostenlosen Livestream des gesamten Konzerts unter www.staatsoper.tv/de an. Und spenden kann man natürlich auch.

Deutlich größer sind die Chancen, noch an Karten zu kommen für die Konzerte im Herkulessaal mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks am 18. und 19. Dezember. Am Pult steht der furchtlose finnische Dirigent und Komponist Esa-Pekka Salonen, am Flügel sitzt Emanuel Ax. Beide sind mit dem Münchner Orchester gut vertraut, und noch mehr mit dem Programm: Anders Hillborgs Klavierkonzert Nr. 2 haben Salonen und Ax 2023 in San Francisco uraufgeführt.

Eingerahmt wird dieses Stück von Maurice Ravels Trauermusik „Le Tombeau de Couperin“, mit dem er nicht nur dem Barock-Komponisten Francois Couperin hudigte, sondern auch jeden einzelnen Satz einem im Ersten Weltkrieg gefallenen Freund widmete. Nach der Pause gibt es dann Hector Berlioz’ aufwühlende „Symphonie fantastique“, die er im Alter von erst 26 Jahren komponierte.

Haben in strapaziösen Wochen Haltung bewahrt: Lahav Shani und die Münchner Philharmoniker.
Haben in strapaziösen Wochen Haltung bewahrt: Lahav Shani und die Münchner Philharmoniker. (Foto: Tobias Hase / mphil)

Die Münchner Philharmoniker und ihr designierter Chefdirigent Lahav Shani, so scheint es, sind in den vergangenen strapaziösen Monaten mit all den Boykott-Aufrufen und Störaktionen propalästinensischer Protestgruppen und der willfährigen Ausladung durch das Flandern-Festival in Gent nur noch mehr zusammengewachsen. Wer das Glück hatte, beim Konzert der Philis mit Shani und Igor Levit am 11. November in der Isarphilharmonie dabei zu sein, wird diesen großen Abend jedenfalls so schnell nicht vergessen.

Am 19./21. Dezember dirigiert Shani in der Isarphilharmonie wieder ein interessantes Programm: Ins Venedig des ausgehenden 16. Jahrhunderts führt etwa Giovanni Gabrielis Bläserstück „Sonata pian’ e forte“, das dieser einst für die besondere Akustik des Markusdoms komponierte. Ebenfalls zu hören: Henry Balfour Gardiners „Evening Hymn“, in Lahav Shanis Fassung für gemischten Chor und Orchester. Der Komponist ist übrigens der Großonkel des britischen Dirigenten Sir John Eliot Gardiner.

Die Münchner Symphoniker und ihr Chefdirigent Joseph Bastian musizieren an Silvester und am 1. Januar.
Die Münchner Symphoniker und ihr Chefdirigent Joseph Bastian musizieren an Silvester und am 1. Januar. (Foto: Peter von Felbert)

Und nun zur Last Night of the Year. Ein ereignisreiches Klassikjahr geht zu Ende. Wer nicht in der „Fledermaus“ in der Bayerischen Staatsoper oder in einem Kinosessel sitzt, um den Berliner Philharmonikern unter Kirill Petrenko zu lauschen, kann 2025 in der Isarphilharmonie bestens unterhalten ausklingen lassen. Dort spielen an Silvester (Beginn 20 Uhr) die Münchner Symphoniker unter ihrem Chefdirigenten Joseph Bastian. Das Programm ist entsprechend anregend beschwingt, mit den Ouvertüren zu „Wilhelm Tell“ von Gioachino Rossini, zu Tschaikowskys „Romeo und Julia“ und zu Otto Nicolais komischer Oper „Die lustigen Weiber von Windsor“. Und Werke der Strauß-Dynastie gehören natürlich auch zu einem launigen letzten Abend des Jahres.

Und wer am 1. Januar, gut ausgeschlafen, mittags im Fernsehen das obligatorische Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker aus dem Musikverein unter Dirigent Yannick Nézet-Séguin genossen hat und sofort wieder Lust auf Live-Klassik bekommen hat, macht sich gleich noch einmal auf den Weg in die Isarphilharmonie. Denn die Münchner Symphoniker und Joseph Bastian sind um 16 Uhr auch schon wieder fit für Beethovens Neunte. Schließlich kann man das Neue Jahr kaum besser willkommen heißen als mit der Ode „An die Freude“.

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