Während des Zweiten Weltkriegs hat er Deutschland verlassen, Jahrzehnte später kehrt er zurück: Der Fabrikantensohn Lukas Berlinger (Martin Benrath) trifft einen Jugendfreund (Peter Ehrlich) wieder, der schon damals ganz anders war als er, weniger abenteuerlustig und viel obrigkeitshöriger. Daran hat sich wenig geändert, der Freund ist nach wie vor Mitläufer und hat Karriere gemacht. Doch Berlinger trifft auch auf eine junge Lehrerin, die seiner im Krieg verstorbenen Ehefrau zum Verwechseln ähnlich sieht. Hannelore Elsner spielt beide Frauen in Bernhard Sinkels und Alf Brustellins „Berlinger – Ein deutsches Abenteuer“: Der 1975 entstandene Film erzählt von Individualismus und Anpassung, von Liebe und einer Freundschaft, die die Zeiten nicht übersteht.
Das Theatiner Kino zeigt „Berlinger“ am 21. August im Rahmen einer Retrospektive zu Ehren von Bernhard Sinkel. Diese umfasst sechs Filme und die vierteilige Fernsehserie „Väter und Söhne“; der in München lebende Filmemacher, Jahrgang 1940, wird bei allen Vorstellungen anwesend sein. Sinkel studierte Jura und arbeitete als Rechtsanwalt, ab den 1970er-Jahren wandte er sich dem Kino zu. Bereits mit seinem Regiedebüt „Lina Braake“ landete er 1975 einen Publikumserfolg: Das Theatiner zeigt die Komödie über eine aus ihrer Wohnung geworfene Rentnerin (Lina Carstens), die sich bei der dafür verantwortlichen Bank rächt, am 28. August.
Die Retrospektive umfasst auch die Eichendorff-Erzählung „Taugenichts“ (23. August), den Politthriller „Kaltgestellt“ (4. September) oder die 1977 erschienene Literaturverfilmung „Der Mädchenkrieg“, in der Regisseur Dominik Graf in einer seiner wenigen Schauspielrollen zu sehen ist. Graf und Sinkel werden bei der Vorstellung am 30. August anwesend sein und Publikumsfragen beantworten.
Retrospektive Bernhard Sinkel, Freitag, 21. August, bis Sonntag, 13. September, Theatiner Filmkunst, Theatinerstraße 32

