Zweiter Münchner FilmgipfelKinokultur in München: viele Probleme, aber auch Lösungen?

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Kulturreferent Marek Wiechers lobt das Kino als demokratiefördernden Raum.
Kulturreferent Marek Wiechers lobt das Kino als demokratiefördernden Raum. Mirja Kofler/Dok-Fest München

Der wirtschaftliche Druck auf Kinos bleibt groß, die Filmkultur hat es schwer. Bei einer Gesprächsrunde während des Dok-Fests werden unterschiedliche Konzepte besprochen, aber gibt es auch konkrete Lösungen?

Von Josef Grübl

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Die einen wollen Gipfel erklimmen, die anderen dritte Orte, Strickkino oder Interimsquartiere etablieren. Und warum sagen einige „niedrigschwellig“ und andere „zugangsleicht“? So oder so ähnlich kann man den zweiten Münchner Filmgipfel zusammenfassen, der am Morgen nach der Eröffnung des Münchner Dok-Fests in der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) stattfand. Die erste Ausgabe dieser Debattierrunde für Kino- und Kulturmenschen war während des Filmfests München 2025 über die Bühne gegangen – und wurde als Erfolg verbucht. Zumindest von den Beteiligten, die schon bald eine Fortsetzung beschlossen.

Unter dem Motto „Outside the Box: Neue (Denk)Räume für die Filmkultur“ debattierte man nun weiter, zwar mit wechselnder Besetzung, aber über ähnliche Themen. Kein Wunder, hat sich seitdem die Lage der Kinoveranstalter kaum verbessert: Der wirtschaftliche Druck ist groß, der Raum ist umkämpft, die Mieten sind hoch (und höher). Das weiß auch Kulturreferent Marek Wiechers, der zu Beginn über Zwischennutzungen sprach, das Kino auch als demokratiefördernden Raum lobte – und sich nach wenigen Minuten wieder verabschiedete.

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Politische Positionen hatte auf dem Podium sonst niemand inne: Was schade ist, da man sich schnell darüber einig war, dass „die Politik“ gerne mal Geld für vermeidbare Dinge ausgebe (zumindest aus Podiumsteilnehmersicht) und die Filmkultur nicht genug Wertschätzung erfahre. Darüber sprachen Verantwortliche von Gasteig, Stadtmuseum, der Münchner Volkshochschule oder dem Berliner Kinoraum-Kollektiv „Sinema Transtopia“. Wer nicht auf dem Podium saß, meldete sich aus dem Publikum, vom Filmmuseum, der HFF oder Filmstadt München. Fragen an die anderen hatten die wenigsten, diskutiert wurde kaum. An diesem Vormittag wurden eher Positionen vertreten.

Erfahren hat man trotzdem einiges. So konnte Stadtmuseum-Direktor Markus Speidel zwar nach wie vor nicht sagen, wohin das Filmmuseum 2027 ziehen werde. Dass es für die vier Jahre Renovierungszeit am St.-Jakobs-Platz ein Interimsquartier geben werde, bestätigte er aber. Der Gasteig mit seinen vielen multifunktionalen Veranstaltungsräumen ist schon lange ausgezogen, wiedereröffnet werden soll er aber wohl erst zum Jahreswechsel 2034/35, sagt Gasteig-Manager Tobias Bartelmus.

Das Podium des zweiten Münchner Filmgipfels, unter anderem mit Gasteig-Manager Tobias Bartelmus (Mitte).
Das Podium des zweiten Münchner Filmgipfels, unter anderem mit Gasteig-Manager Tobias Bartelmus (Mitte). Mirja Kofler/Dok-Fest München

Kinos haben es schwer in einer teuren Stadt wie München, das wissen auch Daniela Bergauer und Michael Hehl von den Schwabinger Kinos ABC und Leopold. Sie experimentieren mit neuen Formaten, Strickkino oder eigenen Filmpreisen etwa. „Alles, was den Ort interessant macht, ist erstmal auszuprobieren“, sagte der Kinobetreiber. Er regte auch an, dass man die Reihe „Eine Stadt sieht einen Film“ nach München importieren solle. Das Erfolgsprojekt der Hamburger Programmkinos wäre doch auch hier denkbar, so Hehl.

Was ist Kino? Die Vorstellungen darüber gehen weit auseinander: Während die einen von niedrigschwelligen Kulturangeboten mit Fahrradanhängern und billigen Beamern sprachen, verwiesen andere auf den Erlebnisraum Kino mit tollem Sound und großen Bildern. Aber sollte es nicht lieber „zugangsleicht“ heißen? Und wer dürfe sich überhaupt „kommunales Kino“ nennen? An solchen Fragen hat man sich beim Filmgipfel verhakt, die Teilnehmer sollten also dringend im Gespräch bleiben.

Die Kulturmanagerin Anna Kleeblatt plädierte auf dem Podium für das Konzept der „dritten Orte“, der Öffnung von kulturellen Institutionen für alle also. Dazu lieferte sie Beispiele aus der Theaterwelt. Dann sagte sie: „Wir diskutieren jetzt schon wahnsinnig viel Zeit mit uns alleine, obwohl wir als Kulturschaffende für uns in Anspruch nehmen, Diskursräume für alle aufzumachen.“

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