Als am vergangenen Samstag das Vorspiel der Oper „Die Walküre“ über den Max-Joseph-Platz hallte, kam die Frage auf, was mehr zu bewundern ist: die Liebe der Münchnerinnen und Münchner zu Theater und Musik oder die Leistungsfähigkeit von deren Sitzfleisch? Auf dem Rasenrund vor der riesigen Videoleinwand saßen die Menschen dicht gedrängt wie an spanischen Badestränden, und wer wissen wollte, wie das Drama um Wotan, Brünnhilde, Siegmund und Sieglinde ausgeht, musste fünf Stunden durchhalten. So ist das nun mal bei „Opern für alle“, und erst recht, wenn Richard Wagner auf dem Programm steht.
KulturpolitikWarum gerade die AfD die Kammerspiele braucht
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Nichts kann die Partei so gut, wie sich über Dinge aufregen, die ihr nicht völkisch genug erscheinen. Die Münchner Kammerspiele würde sie am liebsten schließen. Dabei bietet sich doch gerade dort so viel Aufregungspotenzial.
Glosse von Wolfgang Görl
