Theater:Männlich? Weiblich? Neutral!

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Theater: Regisseurin Pinar Karabulut bringt gewohnt bunt "La mer sombre" mit Thomas Hauser, Gro Swantje Kohlhof und Christian Löber auf die Bühne.

Regisseurin Pinar Karabulut bringt gewohnt bunt "La mer sombre" mit Thomas Hauser, Gro Swantje Kohlhof und Christian Löber auf die Bühne.

(Foto: Julian Baumann)

Die Kammerspiele beginnen die Saison mit einer Premiere im Werkraum. Hausregisseurin Pinar Karabulut bringt dort Texte von Claude Cahun auf die Bühne.

Von Yvonne Poppek

Es ist erst einmal der kleine Start in die Saison: Im Werkraum zeigen die Münchner Kammerspiele am Donnerstag, 29. September, die erste Premiere dieser Spielzeit, bevor eine Woche später der große Doppel-Abend zur Eröffnung im Schauspielhaus ansteht. Hausregisseurin Pinar Karabulut inszeniert auf der kleineren Bühne Texte von Claude Cahun unter dem Titel "La mer sombre". Bei Karabulut verspricht das in jedem Fall einmal, dass es sehr bunt wird, eine optische Mischung aus Science Fiction und den Nana-Plastiken von Niki de Saint Phalle. Damit feierte die Regisseurin in der vergangenen Spielzeit einen großen Erfolg. Ihre Inszenierung des harten Missbrauchs- und Vergewaltigungstextes "Like Lovers Do" von Sivan Ben Yishai wurde 2022 zum Theatertreffen in Berlin eingeladen.

Nun also setzt sie sich mit Cahun auseinander, die einmal über sich selbst schrieb: "Neutral ist das einzige Geschlecht, das immer für mich passt." Das formulierte sie wohlgemerkt in der ersten Hälfte des vorherigen Jahrhunderts. Cahun wurde 1894 in Nantes geboren, unterhielt in Paris einen Künstlersalon mit ihrer Lebensgefährtin Suzanne Malherbe. Im Zweiten Weltkrieg engagierten sich beide im Widerstand, wurden von der Gestapo verhaftet und zum Tode verurteilt, später dann aber begnadigt. Das Werk Cahuns wird dem Surrealismus zugeordnet, für die Inszenierung an den Kammerspielen wurden die Texte eigens übersetzt. Sie werden von Gro Swantje Kohlhof, Thomas Hauser und Christian Löber nun im Werkraum interpretiert.

La mer sombre, Uraufführung: Donnerstag, 29. September, 20 Uhr, Werkraum

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