Großeinsatz in MünchenÜberfall auf Luxus-Juwelier: Polizei prüft Zusammenhang mit ähnlichen Taten

Lesezeit: 2 Min.

Das Juweliergeschäft in der Goethestraße ist eher unscheinbar und hat keine Schaufenster.
Das Juweliergeschäft in der Goethestraße ist eher unscheinbar und hat keine Schaufenster. Robert Haas
  • Zwei Männer überfallen am Mittwochnachmittag einen Juwelier in der Münchner Goethestraße und erbeuten Uhren im Wert von 300.000 Euro.
  • Die Täter werden nach Großfahndung mit 40 Streifenwagen und Hubschrauber auf der A9 in einem Taxi festgenommen.
  • Die Polizei prüft Zusammenhänge mit zwei ähnlichen Uhren-Überfällen in Murnau und Wolfratshausen wegen des gleichen Vorgehens der Täter.
Von der Redaktion überprüft

Diese Zusammenfassung wurde mit der Unterstützung einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt. Lesen Sie mehr über unseren Umgang mit KI.

Fanden Sie diese Zusammenfassung hilfreich?
Mehr Feedback geben

Zwei Männer überfallen einen Juwelier in der Innenstadt und erbeuten Uhren im Wert von 300 000 Euro. Den „Modus operandi“ kennen die Ermittler bereits von zwei Überfällen an anderen Orten.

Von Linus Freymark

SZ bei Google bevorzugen

Es müssen Szenen wie aus einem Gangsterfilm gewesen sein: Mit vorgehaltener Waffe sind zwei Männer am Mittwochnachmittag gegen 16.45 Uhr in ein Juweliergeschäft in der Goethestraße gegangen, haben die Mitarbeiter sowie einen Kunden gefesselt in einem Nebenraum eingesperrt und anschließend mehrere teure Uhren mitgehen lassen. Auf etwa 300 000 Euro beziffert die Polizei den Wert der geraubten Gegenstände.

Die mutmaßlichen Täter flüchteten mit einem Auto, das sie kurze Zeit später an der Theresienwiese abstellten, um in ein Taxi zu wechseln. Doch sie hatten die Rechnung ohne einen aufmerksamen Passanten gemacht: Dem Mann kamen die beiden Männer komisch vor, da sie sich immer wieder umblickten und verdächtig verhielten. Weil ein Mitarbeiter des Juweliers bereits die Polizei verständigt hatte, waren wohl bereits die ersten Martinshörner zu hören. Sicherheitshalber merkte sich der Zeuge das Nummernschild des Taxis und wählte den Notruf.

Einsatzkräfte der Polizei sperren eine Einfahrt eines Grundstücks.
Einsatzkräfte der Polizei sperren eine Einfahrt eines Grundstücks. Christof Rührmair/dpa

40 Streifenwagen und ein Hubschrauber fahndeten daraufhin nach den Flüchtigen. Und tatsächlich: Einer Streife fiel das Taxi mit dem gesuchten Nummernschild auf. Mehrere Polizeiwagen verfolgten das Fahrzeug mit den mutmaßlichen Räubern, ehe das Taxi um kurz vor 18 Uhr auf der A9 in Richtung Nürnberg kurz nach der Anschlussstelle Schwabing gestoppt werden konnte. Die beiden Gesuchten wurden festgenommen und am Donnerstag den Haftrichter vorgeführt.

Einer der beiden ist 21 Jahre alt und ohne festen Wohnsitz in Deutschland, der Zweite war bis Donnerstagmittag noch nicht zweifelsfrei identifiziert. Für den Einsatz musste die A9 für etwa eine Stunde gesperrt werden. Der Taxifahrer wurde ebenfalls vorübergehend festgenommen. Inzwischen ist der Mann aber wieder auf freiem Fuß – nach aktuellem Stand der Ermittlungen hat er nichts mit dem Überfall zu tun und wurde von den beiden Verdächtigen zufällig als Chauffeur ausgewählt. Ob die beiden Männer möglicherweise zum Flughafen wollten, um sich ins Ausland abzusetzen und sich so dem Zugriff der Polizei zu entziehen, war am Donnerstag noch nicht klar. Hierfür müsse man die weiteren Ermittlungen abwarten, erklärte ein Polizeisprecher.

Instagram

Die SZ-Redaktion hat diesen Artikel mit einem Inhalt von Instagram angereichert

Um Ihre Daten zu schützen, wurde er nicht ohne Ihre Zustimmung geladen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Instagram angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an den Betreiber des Portals zur Nutzungsanalyse übermittelt. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie unter sz.de/datenschutz.

Nach der Festnahme der beiden Tatverdächtigen von München prüft die Polizei einen Zusammenhang mit zwei weiteren Überfällen in Oberbayern. Mitte Mai hatte sich ein Räuber auf einem Kleinanzeigen-Portal als Interessent für ein Produkt ausgegeben. So hatte er sich Zutritt zur Wohnung seines Opfers verschafft und unter Gewaltanwendung gegen den Bewohner mehrere hochwertige Uhren geraubt. Am vergangenen Freitag wiederum hatten zwei Männer einen Juwelier in Wolfratshausen ausgeraubt. Auch hier bedrohten die Täter die Mitarbeiter des Geschäfts mit einer Schusswaffe und entwendeten teure Uhren.

Beide Fälle würden „vom Modus Operandi einen Tatzusammenhang nahelegen“, erklärte Stefan Gruber, Leiter des Raubdezernats bei der Münchner Polizei, am Donnerstag mit Blick auf den Überfall in der Goethestraße. Das dortige Juweliergeschäft ist eher unscheinbar und hat keine Schaufenster. Die mutmaßlichen Täter scheinen sich den Laden sehr gezielt ausgesucht zu haben.

Ähnlich wie in Murnau gaben sie vor, sich für bestimmte Produkte zu interessieren und vereinbarten einen Termin, um in das Geschäft zu gelangen. Die Ermittler in München sowie der Ermittlungsgruppe „Froschteich“, die die Fälle in Murnau und Wolfratshausen untersucht, prüfen nun, ob es sich bei allen drei Überfällen um dieselben Täter handeln könnte.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

ExklusivVorfälle in Stadelheim
:Angeklagter des Verdi-Anschlags muss Fußfesseln tragen

Farhad N. soll in der Untersuchungshaft randaliert und Bedienstete mit dem Tod bedroht haben. Eine Richterin sieht Anlass für erhöhte Sicherheitsmaßnahmen.

SZ PlusVon Anna-Maria Salmen

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: