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Polizei in München:Einbrecherbande raubt Juwelier aus

In der Nacht auf Dienstag durchbrechen die Täter mit einem gestohlenen Auto die Eingangstüre, räumen die Vitrinen aus und flüchten. Die Methode erinnert an frühere Einbrüche.

Von Julian Hans

Wieder ist ein Münchner Juweliergeschäft Ziel einer professionellen Einbrecherbande geworden. Die Vorgehensweise der Täter ist dabei immer dieselbe. In der Nacht auf Dienstag durchbrachen sie mit einem gestohlenen VW Golf die Eingangstüre zum Juwelier Ralf H. Nutt in der Dienerstraße, räumten die Vitrinen aus und flüchteten. Die Aktion dauerte nur wenige Minuten. Als die Polizei gegen 3.55 Uhr alarmiert wurde, schickte die Leitstelle sofort alle verfügbaren Kräfte an den Tatort. Aber die Täter hatten sich schon aus dem Staub gemacht. Das demolierte Auto ließen sie im Laden zurück.

Obwohl alle Polizeidienststellen im Stadtgebiet in die Fahndung eingebunden wurden und ein Hubschrauber aus der Luft die Suche unterstützte, konnten die Täter nicht gefunden werden. Insgesamt seien "weit über 50 Polizisten" beteiligt gewesen, Spuren am Tatort zu sichern und die Täter zu suchen, erklärte ein Polizeisprecher am Morgen. Nach ersten Ermittlungen soll es sich um zwei Täter gehandelt haben, beide etwa 1,70 Meter groß und komplett schwarz gekleidet. Was die Diebe bei dem Goldschmied erbeuten konnten und wie hoch der Gesamtschaden ist, wird derzeit noch ermittelt.

Zuletzt waren Einbrecher Anfang Februar mit einem gestohlenen Audi in die Eingangstüre des Juweliers Bucherer in der Residenzstraße gerast. Sie konnten Uhren im Wert von anderthalb Millionen Euro erbeuten. Und im August vergangenen Jahres erbeuteten Täter mit der gleichen Methode bei einem Juwelier am Thomas-Wimmer-Ring Uhren im Wert von fast 100 000 Euro. In allen Fällen kamen die Täter gegen vier Uhr in der Nacht. Ähnliche Überfälle ereigneten sich in anderen Städten in Bayern und im ganzen Bundesgebiet. Viele Juweliere haben inzwischen vor ihren Geschäften Poller als Barrieren gegen die Autos aufgestellt.

Den Goldschmied Ralf Nutt trifft es nicht zum ersten Mal. Beim letzten Mal kamen sie aber am helllichten Tag: 2014 überfielen zwei Männer sein Geschäft direkt neben Feinkost Dallmayr und erbeuteten mit vorgehaltener Pistole Schmuck im Wert von 100 000 Euro.

© SZ.de/anh/fema
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