Süddeutsche Zeitung

Band der Woche:So offen, so verletzlich

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Flora Komarek hat seit ihrer Kindheit Musik gemacht - und am Ende doch alles hingeschmissen. Nun steht sie als "Motalamon" wieder auf der Bühne.

Von Sabrina Ahm

Eine junge Frau tritt in das lila Licht, das die Bühne bestrahlt. Ihr Blick ist in die Höhe, auf den hellen Scheinwerfer gerichtet. Sie tritt an das Mikrofon. Fragil ist ihre Stimme, behutsam und leise beginnt sie den Song. Fast unverständlich.

"I see children play, playing on the streets, playing with my memories", singt Flora Komarek, 19. Unter dem Namen Motalamon hat die junge Münchnerin dieses Jahr ihre erste Single "time moves so fast" veröffentlicht. Ein nostalgischer Song, der während des Schulabschlusses entstand. "Da saßen Kinder vor unserer Haustür auf der Straße und haben irgendein Spiel gespielt und da ist mir plötzlich aufgefallen, dass ich nicht lange her da auch saß und spielte", sagt Flora.

Musik hat für sie bereits in ihrer Kindheit eine große Rolle gespielt, auch, weil ihre Mutter Musiklehrerin ist. Früh spielte sie Klavier und Cello, später zusätzlich Gitarre. "Ich bin sehr froh, da so eine Basis zu haben, das macht vieles leichter", sagt Flora. Dennoch gab sie das Musizieren im Teenager-Alter zunächst auf. Der Leistungsaspekt habe ihr nicht gefallen. Mit 17 Jahren habe sie dann angefangen, eigene Sachen zu machen und sich selbst das Produzieren beizubringen.

Die Produktion steht momentan jedoch noch nicht im Fokus ihrer Musik. Besonders markant ist der surrealistische Gesang der Künstlerin. Absichtlich singt sie die Lyrics eher unverständlich und setzt dafür umso mehr Gefühl in ihrem Gesang. "Ich zeig mich da schon immer sehr verletzlich, aber andererseits mag ich diese Offenheit, diese authentische Ehrlichkeit auch", sagt Flora.

Momentan ist Flora Teil des IMAL-Kunstprogramms, wo sie sich insbesondere mit Fotografie und Video beschäftigt. Für ihre Zukunft kann sie sich durchaus vorstellen, das mit ihrer Musik zu verbinden. Gerade sei sie jedoch noch auf der Suche nach ihrem Stil. "Man muss das auch erst mal finden, welche Musik man machen will", sagt Flora. Ihre Musik entstehe durch Intuition und Bauchgefühl, vieles sei daher so abstrakt.

Motalamon

  • Stil: Dream-Pop
  • Besetzung: Flora Komarek
  • Aus: München
  • Seit: 2020

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