Arbeiten in Bildern:Zwischen Bürokratie und Blattgold

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(Foto: Stephan Rumpf)

Wo arbeiten Münchens junge kreative Köpfe? Wir haben sie an ihren Arbeitsplätzen besucht und ihnen über die Schulter geschaut. Heute: Abir Kobeissi

Von Tabitha Nagy, München

Die Künstlerin Abir Kobeissi wurde in Beirut geboren und lebt in München. Ihr Atelier ist in der Akademie der Bildenden Künste, an der sie studiert. "Besonders schätze ich meine Kollegen, mit denen ich mir das Atelier teile. Sie sind die Ersten, die meine Arbeiten sehen, und die Ersten, die mir Feedback geben", sagt Abir. Ihre Kunst ist eng verknüpft mit ihren persönlichen Erfahrungen.

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(Foto: Stephan Rumpf)

Abir beschäftigt sich in ihrer Kunst viel mit ihrem Heimatland Libanon. Sie liest über die Geschichte und die aktuellen Entwicklungen. "Die Kette aus Pinienkernen, die auf dem grünen Stoff drapiert ist, die gehört zu einer Arbeit, die sich mit Libanons Wirtschaft beschäftigt", sagt Abir.

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(Foto: Stephan Rumpf/Stephan Rumpf)

Die Arbeit "Verpflichtungserklärung" beschäftigt sich mit der oft unflexiblen deutschen Bürokratie. "Ich weigere mich, schwierige Situationen über mich ergehen zu lassen, ohne etwas Positives für mich daraus zu gewinnen", sagt Abir, "ich habe dieses sperrige Wort der Bürokratie in dieser Arbeit umwandelt, in etwas Weiches, Welliges, Flexibles."

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(Foto: Stephan Rumpf)

Fotos, Selbstporträts und Schriftzüge, das gehört alles zu Kunstwerken von Abir. "Das Atelier ist mein Labor. Ich habe hier Arbeiten, die fertig sind, an deren Präsentation ich arbeite, und auch Objekte, die zu Projekten gehören, die noch in der Entwicklung sind. Sie beeinflussen sich gegenseitig", sagt Abir.

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(Foto: Stephan Rumpf)

Die Serie "Kauf mir einen Aufenthaltstitel" begann Abir im ersten pandemiebedingten Lockdown. "Ich hatte kein Atelier, keinen Zugang zur Akademie und den Werkstätten, aber ich hatte diese bunten Stoffproben", sagt Abir. Die Arbeit hat aber auch mit ihren Erfahrungen zu tun. Ihre Aufenthaltsgenehmigung lief im Juni vergangenen Jahres aus und sie stand vor großen bürokratischen Hürden.

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(Foto: Stephan Rumpf)

Ein weiteres Kunstwerk in Arbeit. Keramiken, die Abir mit 18-Karat-Blattgold vergoldet hat. Auch wenn die Reihe noch nicht fertig ist, war sie bereits Teil von Abirs Performances. "Der Körper und Bewegung wird für mich in letzter Zeit immer wichtiger. In meinem Atelier tanze ich auch gerne, um den Kopf frei zu bekommen", sagt sie.

© SZ/mbr
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