Die Schauspielerin Jule Ronstedt, 54, hat in vielen Serien und Filmen mitgespielt. Sie war einige Jahre Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele und hat in Marcus H. Rosenmüllers „Wer früher stirbt, ist länger tot“ komödiantisches Talent bewiesen. Sie führt mittlerweile auch häufig Regie und schreibt Drehbücher. Jetzt hat sie ihr erstes literarisches Buch veröffentlicht – über eine nicht unbedeutende Zeit im Leben einer Frau: die Wechseljahre. In „Menomorphosen“ (Eisele) erzählt sie 26 teils amüsante, teils anrührende Geschichten von Protagonistinnen in der Mitte ihres Lebens, wie sie so oder ein bisschen anders vorkommen können. Am Dienstag, 2. Dezember, stellt sie es um 19 Uhr im Haus der Kunst vor im Programm der Bücherschau.
Montag: Geschenke aller Art

Weihnachten würde ich mal wieder gerne ausfallen lassen, aber weil das meistens nicht gelingt, muss ich doch einige glitzrige Postkarten im Laden „Kokolores“ in der Wörthstraße in Haidhausen kaufen und verschicken und dann noch ein paar Geschenke besorgen. Bei „Buch und Töne“ in der Weißenburger Straße finde ich bestimmt etwas. Oder in Petra Fischers Keramikwerkstatt „1260 Grad“ in der Sedanstraße. Wenn keine Wunschlisten herein flattern, gehe ich auch oft dazu über, in sinnvolle Spendengutscheine zu investieren, um diese zu verschenken. Also: Ich spende zum Beispiel an „Plan international“ oder Greenpeace oder an die Tafel im Namen eines Verwandten – und der bekommt nur die Quittung als Weihnachtsgeschenk. Zwei Fliegen mit einer sinnvollen Klappe, für Leute, die eh schon alles haben. Sehr zu empfehlen! Löst immer Freude aus.
Dienstag: Frauen in der Lebensmitte
Am Dienstag werde ich mich schon vormittags auf den Abend vorbereiten und mit einer Runde Yoga meiner Aufregung entgegenwirken. Denn am Abend stelle ich mein Buch „Menomorphosen“ im Haus der Kunst vor großem Publikum vor. Ich werde mehrere Geschichten lesen, moderiert wird das anschließende Gespräch von Nina Berendonk. Ich freue mich sehr auf diesen Abend! Schon im September ist mein Debüt im Eisele Verlag erschienen, jetzt bin ich auf Lesereise. Das macht Spaß! „Menomorphosen“ erzählt 26 Geschichten über Frauen in der Mitte ihres Lebens, die mit den unterschiedlichsten Herausforderungen konfrontiert werden. Manchmal wild und unterhaltsam, dann auch berührend, schonungslos. Mein Buch könnte man übrigens auch ganz gut verschenken! Auch an Männer …
Mittwoch: Schöne neue Arbeitswelt

Auf jeden Fall Ausschlafen und den Dienstag nachwirken lassen. Dann vielleicht eine Runde Sauna im Müller’schen Volksbad, wenn Zeit ist? Oder etwas Kultur am Abend? Im Metropoltheater läuft an diesem Abend um 19.30 Uhr „Emma in Love“, eine Inszenierung mit zwei wunderbaren, sehenswerten Kolleginnen: Eli Wasserscheid, die man aus dem Franken-„Tatort“ kennt, und Ina Meling. Dieser Theaterabend wurde äußerst gelobt, man sollte ihn nicht verpassen! Darum freue ich mich sehr, endlich das Stück auf der Bühne zu sehen.
Donnerstag: Den Winter verkürzen
Dieses Jahr wird der Winter verkürzt. Meine Tochter und ich hauen ab! Wir werden unsere Reise in den letzten Zügen planen und langsam die Koffer packen. Sonnenschutz, Badeanzug und Reiseführer nicht vergessen. Wir haben nämlich viel vor: Vier Tage Sightseeing in Mexiko City, diverse Bauwerke und Maya-Tempel, dann quer durchs Land und die letzte Woche tanken wir auf am Meer. Vielleicht müssen wir also in der Innenstadt noch ein paar letzte Dinge besorgen, einmal über den vorweihnachtlichen Viktualienmarkt schlendern, auf den alten Peter steigen und einen Kaffee trinken im Café des Bellevue die Monaco. Falls es nicht zu spät wird, gucke ich spontan im Rio-Kino am Rosenheimer Platz vorbei. Vielleicht lockt da ja ein guter Film …
Freitag: Gemütliches Restaurant

Mein letzter Tag am Schreibtisch, bevor es losgeht. Ich bin wirklich komplett urlaubsreif. Das Jahr war voll und aufregend. Letzte E-Mails und Telefonate, ein Spaziergang am Isarhochufer und einen Espresso im Alpinen Museum auf der Praterinsel. Weil unser Kühlschrank wahrscheinlich bereits leer ist, und vor der Abreise auch nicht mehr gefüllt werden wird, gehen wir abends ins „Polka“ am Pariser Platz zum Essen. Da sitzt man gemütlich und findet immer etwas Feines auf der Speisekarte. Am liebsten bestellen wir uns alle Vorspeisen und teilen sie uns. Vor allem der gebeizte Saibling ist unschlagbar! Danach dann noch ein Drink unten in der schummrigen Bar und der Abend ist perfekt.
Samstag: Nikolaus-Ausflug

Lust auf einen Nikolaus-Ausflug ins Umland? Dann hätte ich einen Vorschlag: vielleicht ein Bummel durch das schöne Landshut, Kaffee und Kuchen im plüschigen Café Belstner, und am Abend um 19.30 Uhr läuft im kleinen Theater Landshut „Das Abschiedsdinner“, das ich dort inszeniert habe. Eine rasante, französische Komödie, in der ein Paar versucht, alte Freunde auf nette Art wieder loszuwerden. Es spielen Kathrin von Steinburg, Stefan Lehnen und Andres Mendez. Ich bin sehr stolz auf diese Arbeit. Unbedingt Karten vorbestellen! Die Vorstellungen sind immer schnell ausverkauft.
Sonntag: Literatur im Gepäck

Abflug! Mit den Koffern in die S-Bahn ab zum Flughafen. Ich freue mich wahnsinnig auf die gemeinsame Zeit mit meiner Tochter in Mexiko. Zum Glück spricht sie sehr gut spanisch und hat eine fantastische Reiseroute ausgearbeitet, der ich mich lustvoll fügen werde. Mit im Gepäck sind ein paar Bücher, die endlich gelesen werden wollen: „Niemals nichts“ von Ralf Westhoff und davor möchte ich das Buch „Weise Frauen“ von Miriam Stein noch fertig lesen. Und pünktlich am 24. Dezember sind wir wieder zurück, um mit der Familie Weihnachten zu feiern! Merry X-Mas!
In Film und Fernsehen ist Jule Ronstedt seit 1994 als Schauspielerin in unterschiedlichen Genres zu sehen. Für ihre erste Kinorolle in „Bandagistenglück“ wurde sie 1997 als beste Nachwuchsdarstellerin mit dem Max-Ophüls-Preis ausgezeichnet. 2006 war sie in dem Kinohit „Wer früher stirbt, ist länger tot“ (Regie: Marcus H. Rosenmüller) die entzückende Lehrerin und wurde als Titelheldin „Franzi“ für den Bayerischen Fernsehpreis nominiert. Neben ihrer Arbeit als Schauspielerin ist Jule Ronstedt seit Jahren auch als Regisseurin und Autorin tätig. Sie inszenierte in München an den Kammerspielen, am Metropoltheater und mehrfach als Gastregisseurin am Theater der Jugend. Zuletzt inszenierte sie in Bad Hersfeld „Der Gott des Gemetzels“. Ihr erster Kinospielfilm „Maria Mafiosi“ (Drehbuch & Regie) lief im Sommer 2017 in den Kinos. Ihr literarisches Debüt „Menomorphosen“ erschien 2025 im Eisele Verlag.

