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Open Air:Alles fließt

Eine Bühne steht schon: Am Kulturstrand auf der Corneliusbrücke kann man seit Anfang Juni Live-Musik hören und abhängen. Weitere Spielorte sollen nun dazukommen.

(Foto: Stephan Rumpf)

Ein Kilometer Kultur: Benjamin David möchte am liebsten sofort seinen "Kultursommer" mit sechs großen und noch mehr kleinen Bühnen am Westufer der Isar starten.

Von Michael Zirnstein, München

Die frohe Kunde erhielt Benjamin David, als es Deutschland gerade gegen England vergeigte, um 19.07 Uhr. "Die sind super beim KVR. Dass die während so eines Fußballspiels arbeiten, zeigt deren Engagement für die Kultur", freute er sich, "ich schicke denen Blumen." Denn darauf hatte der Event-Spezialist gewartet: auf die Aufbaugenehmigung für einen "Kultursommer an der Isar". Das ist das große Projekt des Umtriebigen (Kulturstrand, Kulturlieferdienst, Isarlust e.V., Urbanauten) für diese Freiluftsaison - ein gemeinschaftliches Kultur- und Gastrofestival am Isarwestufer vom Deutschen Museum bis zur Reichenbachbrücke.

Im Grunde hatte dies die rot-grüne Mehrheit im Stadtrat bereits am 9. Juni zusammen mit Davids Antrag für den Kulturstrand auf der Corneliusbrücke befürwortet. Ob und wie sich so eine Isarflimmern-Veranstaltung einen Kilometer und drei Monate lang ausdehnen ließe, sollte das Kreisverwaltungsreferat klären. Das Vorhaben ist gewaltig: Für bis zu 750 Besucher sollen an den sogenannten Balkonen und unter den Bäumen fünf weitere "Schanigärten" mit Kulturbühnen entstehen, die von Partnern bespielt werden: zum Beispiel die "Brettlbühne" vom Fraunhofertheater, die "Riverside"-Lounge von Dierk Beyers "Urban League" und ein Künstlergarten von Julian Wagensohn. Auch die kleinen Flächen dazwischen darf David als Vorsitzender des Isarlust-Vereins in bis zu zehn weitere Mini-Bühnen mit Mini-Gastronomie verwandeln, zum Beispiel hat er schon eine "Soul-Stage" geplant. Derzeit rennen ihm Bewerber schon die Bude ein, sagt er, er will aber ausschließlich Kulturschaffende mit unkommerziellen Konzepten zum Zug kommen lassen. Dass etwa Oh-Seok Kwon sein Werk "Apple Tree Submarine", das derzeit in der Erlöserkirche hängt, über dem Isarbalkon schweben lassen will, ist ganz in seinem Sinne (Bewerbungen bearbeitet er persönlich unter benjamin.david@isarlust.org).

Mit dem Behörden-Segen fangen David und die Partner sofort mit dem Aufbau an. So könnte er bereits am Freitag oder Samstag mit einem Soft Opening starten. Allerdings wartet David gerade noch auf weitere Genehmigungen, die für Veranstaltung und Betrieb, aus einer anderen KVR-Dienststelle. Größere Probleme dabei sehe er keine, daher gilt für ihn der offizielle Start des Kultursommers an der Isar am Freitag, 9. Juli, "als gesichert".

© SZ/chj/pop
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