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Aktion für Geflüchtete:Ein Rollstuhl als Zeichen der Solidarität

Mit einem Rollstuhl im Schlauchboot haben Aktivisten auf die Situation von geflüchteten Menschen mit Behinderung aufmerksam gemacht.

(Foto: Stephan Rumpf)

Mit einer ungewöhnlichen Aktion auf der Isar machen Aktivisten auf die Situation von geflüchteten Menschen mit Behinderung aufmerksam.

Sie haben einen Rollstuhl in ein Schlauchboot gestellt, und das Boot auf der Isar schwimmen lassen: So erinnerten Flüchtlingsaktivisten an besonders gefährdete und vulnerable Menschen, an Menschen mit Behinderung, die aus ihrer Heimat fliehen müssen. Eine Gruppe, die sich "AK49" nennt, hat am Freitag mit dieser Aktion unterhalb der Wittelsbacher Brücke gegen fehlenden Schutz dieser Menschen protestiert.

Die Gruppe AK49 ist nach eigenen Angaben ein seit Anfang des Jahres bestehendes "politisches Kollektiv" aus Aktivisten, das sich mit Themen rund um Kriegsursachen und -folgen beschäftigt. Der Name solle eine doppelte Anspielung sein: auf die Kalaschnikow, eine weitverbreitete Kriegswaffe mit dem Kürzel AK47, ebenso wie auf das Jahr 1949, in dem die Genfer Konventionen in Kraft traten, mit denen auch Zivilpersonen in Kriegen geschützt werden sollen.

Weil dies aber noch immer zu oft nicht funktioniere, sehen sich die Aktivisten zu Aktionen wie auf der Isar veranlasst. "Leave no one behind!" stand auf einem Transparent an der Brücke: Lasst niemanden zurück, vergesst keinen. Konkret fordert AK49 von hiesigen Behörden bessere Lebensbedingungen für Geflohene in bayerischen Unterkünften: Dort sei die Möglichkeit, sich durch Abstand von anderen vor dem Coronavirus zu schützen, oft nicht ausreichend gegeben, weil die Häuser zu voll seien.

© SZ.de/beka/lfr

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