Sie verstanden sich als Pioniere, die jungen Leute, die sich 1969 in Teheran zum Kurzfilm-Kollektiv Cinema-ye Azad (etwa: freies Kino) zusammenschlossen: Sie träumten von einem anderen, nicht-kommerziellen Kino, mit einer neuen Sicht auf das reale Leben unter der Schah-Monarchie. Die Revolution 1979 beendete das Abenteuer. Das Mullah-Regime schwieg die Gruppierung anschließend tot, ihre Werke sind nirgends katalogisiert, obwohl sie dem iranischen Film wichtige Impulse gaben. Der in Teheran lebende Filmhistoriker und Journalist Hadi Alipanah stieß durch Zufall auf die Bewegung und konnte einen Teil ihrer Filme sichern. Die deutsch-iranische Kuratorin Afsun Moshiry unterstützt ihn. In Kooperation mit der Münchner Filmzeitschrift Revü präsentierten die beiden kürzlich einige der Filme im Werkstattkino.
Iranische Filmkunst„Geschichte aufzudecken ist auch eine Form von Widerstand“
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Der iranische Filmhistoriker Hadi Alipanah hat das Erbe einer Generation junger Filmemacher gerettet, die in den letzten Schah-Jahren ein alternatives „freies Kino“ wagten. Das Mullah-Regime tilgte später jegliche Erinnerung an die Bewegung. Ein Gespräch über die Macht der Kultur, damals und heute.
Interview von Thomas Kirchner
