Coronavirus-Pandemie:München überschreitet 1000er-Inzidenz - was das bedeutet

Lesezeit: 2 min

Shopping in Munich during Omicron outbreak While cases of the Omicron variant of COVID-19 explode across Munich, German

Menschen beim Einkaufen in der Münchner Fußgängerzone. Noch nie war die Inzidenz so hoch wie jetzt - gelockert wird trotzdem.

(Foto: imago images/aal.photo)

Die Stadt verzeichnet Rekorde bei den Infektionszahlen - auf den Intensivstationen liegen aber immer weniger Covid-Patienten. Ein bisschen Hoffnung breitet sich aus.

Von Ekaterina Kel

Zwei neue Corona-Rekorde hat München an diesem Freitag gesetzt: 4421 neue Infektionen innerhalb von 24 Stunden, so viele wie noch nie an einem Tag in dieser Stadt. Und eine Sieben-Tage-Inzidenz von 1122,4. Sie liegt damit über der 1000er-Marke und so hoch wie noch nie.

Die Inzidenz ist dabei außergewöhnlich schnell angewachsen, noch vor einer Woche meldete das Robert-Koch-Institut für München einen Wert von 718, vor zwei Wochen lag er bei 305. Die Virusvariante Omikron hat endgültig das Ruder übernommen.

Ungeachtet der steigenden Fallzahlen bleibt die regionale Hotspot-Regelung vorerst ausgesetzt, wonach eine Region mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 1000 in einen Lockdown gehen muss. Das heißt, ein Ansteigen einer Inzidenz über die Schwelle von 1000 hat keinerlei rechtliche Konsequenzen. Die bayerische Staatsregierung brachte kürzlich sogar Lockerungen ins Spiel, etwa leichteren Zugang in der Jugendarbeit. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) versprach außerdem am Freitag, dass bei Kultur- und Sportveranstaltungen künftig wieder mehr Zuschauer zugelassen werden sollen.

Grund für die Ruhe ist die Lage in den Krankenhäusern. So verzeichnen die Intensivstationen weiterhin Entlassungen von Covid-Patienten. Aktuell liegen 61 Patientinnen und Patienten auf Münchens Covid-Intensivstationen, auf dem Höchststand der vierten Welle Anfang Dezember waren es 146. Die Omikron-Welle schlägt also bislang nicht durch auf den Intensivstationen. Allerdings umso schneller auf den Normalstationen der Kliniken. Stand heute behandeln Münchner Krankenhäuser 253 Covid-Patientinnen und Patienten auf den Normalstationen - und die Kurve klettert steil nach oben. Noch vor einer Woche waren es 160 Patientinnen und Patienten.

"Ich hoffe, dass wir diese Pandemie im neuen Jahr endlich hinter uns lassen können"

"Seit zwei Jahren versuchen unsere Teams allem gerecht zu werden, in einer Situation, die keine Gerechtigkeit kennt", resümiert Axel Fischer mit Blick auf die vergangenen Corona-Wellen. In den beiden Corona-Wintern 2020 und 2021 hat die München Klinik zum Stichtag 1. Januar jeweils rund 200 Covid-Intensivpatienten versorgt. Das geht aus einer aktuellen Meldung des kommunalen Klinikverbunds hervor. In der vierten Welle sogar etwas mehr, da die Patienten durch die schweren Delta-Verläufe länger liegen und aufwändiger versorgt werden mussten.

Aktuell lägen rund 20 Intensivpatienten in der München Klinik - nur zwei davon mit der Omikron-Variante. Mit Blick auf die bislang vergleichsweise leichteren Verläufe mit der neuen Variante könnte sich die Lage also auch für die Krankenhäuser etwas entspannen. "Ich hoffe, dass wir diese Pandemie im neuen Jahr endlich hinter uns lassen können", sagt Fischer.

Unterdessen setzt die Stadt gelockerte Quarantäne-Regeln des Freistaats für Schulen um. Nach einem Corona-Fall in einer Klasse werden keine Kontaktpersonen mehr ermittelt, wenn die Regeln zu Hygiene und Lüften eingehalten wurden, wovon das Gesundheitsreferat für Münchner Schulen laut Stadt grundsätzlich ausgeht. Die anderen Schüler müssen sich danach selbst testen - an weiterführenden Schulen an den folgenden fünf Unterrichtstagen täglich und an Schulen mit PCR-Pooltests zusätzlich am fünften Tag. Alle negativ Getesteten besuchen weiter den Unterricht. Erst wenn sich drei weitere Schüler innerhalb von fünf Tagen angesteckt haben, müssen alle nach Hause in Quarantäne geschickt werden. Wurden Hygieneregeln nicht eingehalten, werden nach einer Infektion in der Klasse die Kontaktpersonen wie bisher ermittelt.

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